Montréal (dpa) - Michael Schumacher hat seinem Team nach dem erneuten Ausfall wegen einer Panne an seinem Formel-1-Mercedes keine Vorwürfe gemacht.

«Solche Dinge passieren. Ich weiß, dass meine Jungs und das gesamte Team ihr Bestes geben, und ich weiß, dass sie sich wahrscheinlich mehr ärgern als ich», teilte Schumacher auf seiner Homepage mit. Der mit großen Hoffnungen nach Montréal gereiste siebenmalige Weltmeister war von einem klemmenden Heckflügel beim Großen Preis von Kanada gestoppt worden.

Es war Schumachers vierter Ausfall wegen eines technischen Defekts und der fünfte insgesamt in sieben Rennen. «Ich möchte mich bei Michael für diesen neuerlichen technischen Defekt entschuldigen», meinte Teamchef Ross Brawn.

Für Schumacher hatte das Dilemma schon in der Qualifikation begonnen, als ihn sein Team zu spät noch einmal auf die Strecke schickte. Er musste daraufhin seine schnelle Runde abbrechen, die Zeit reichte schlichtweg nicht mehr aus. Startplatz neun war die Quittung. Und dann hakte im Rennen in Runde 46 auch noch der Heckflügel. «Anders als erhofft, entpuppte sich das Wochenende in Montreal als leider nicht ganz störungsfrei für mich», sagte Schumacher zu den Pannen-Tagen von Montréal.

Mercedes sucht weiter nach den Ursachen für die Pechsträhne des Rekordweltmeisters. Am Wagen seines Kollegen Nico Rosberg traten bislang so gut wie keine Probleme auf. Sachlich und konzentriert werde das analysiert, betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: «Brüllen, auf den Tisch hauen und fluchen bringt gar nichts.»

Kein Rennwochenende ohne Problem: Schumachers Ausfälle und Pannen

GROSSER PREIS VON AUSTRALIEN: Der Saisonauftakt geht in die Hose. Getriebeproblem. Schumacher schafft nur zehn Runden.

GROSSER PREIS VON MALAYSIA: Schumachers bestes Qualifikationsergebnis seit dem 8. Oktober 2006 mit Platz drei. Nach einer Kollision in der ersten Rennrunde mit dem Kanada-Dritten Romain Grosjean im Lotus fällt er aber zunächst auf Platz 16 zurück. Am Ende rettet Schumacher einen (Trost)Punkt als Zehnter.

GROSSER PREIS VON CHINA: Diesmal sogar von Platz zwei gestartet, weil Lewis Hamilton zurückgestuft wird. Es nützt nichts. Wegen eines schlecht aufgezogenen Vorderreifens muss Schumacher in der 13. Runde aufgeben. Teamkollege Nico Rosberg feiert den ersten Sieg in seiner Karriere und den ersten Erfolg von Mercedes seit der Übernahme des Weltmeister-Teams BrawnGP zur Saison 2010.

GROSSER PREIS VON BAHRAIN: Neues Rennen, neue Probleme. Ein gerissener Seilzug im Heckflügel des Mercedes stoppt Schumacher in der Qualifikation. Damit nicht genug. Das Getriebe muss gewechselt werden. Von Startplatz 22 rauscht Schumacher aber noch auf Rang zehn.

GROSSER PREIS VON SPANIEN: Auf dem Circuit de Catalunya kann der Wagen nichts dafür. Schumacher rast aufs Heck des Williams von Bruno Senna. Er zetert und schimpft wüst über Senna. Die Rennkommissare sehen die Schuld beim siebenmaligen Weltmeister. Die Strafe: In Monaco muss Schumacher fünf Plätze in der Startaufstellung zurück.

GROSSER PREIS VON MONACO: Der Altmeister ist wieder der alte. Beste Zeit im Qualifying. Start wegen der Strafe aber nur von Platz sechs. Ohnehin egal. Die Benzinzufuhr streikt. Schumacher ist raus.

GROSSER PREIS VON KANADA: Wenn es wenigstens nur ein Schnitzer gewesen wäre! Nein, zuerst verrechnet sich Mercedes in der Qualifikation und schickt Schumacher zu spät zu einer zweiten schnellen Runde raus. Im Rennen fällt Schumacher wegen eines klemmenden Heckflügels aus.