Paris (dpa) - Die französischen Sozialisten von Präsident François Hollande sind aus der ersten Runde der Wahlen zur Nationalversammlung klar als stärkste Partei hervorgegangen.

Die konservativ-rechte UMP des am 6. Mai abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy rutschte dagegen ab und muss erstmals seit zehn Jahren wieder in die Opposition.

Nach am Montagmorgen veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums holten die Parti Socialiste (PS) landesweit 29,4 Prozent der Stimmen. In der ersten Wahlrunde vor fünf Jahren hatten die Sozialisten lediglich bei 24,7 Prozent gelegen. Die Grünen kamen landesweit auf 5,5 Prozent und können auf eine Koalition mit den Sozialisten hoffen.

Die konservativ-rechte UMP bekam lediglich 27,1 Prozent der Stimmen im Vergleich zu 39,5 Prozent im Jahr 2007. Da die UMP im Gegensatz zur Parti Socialiste über keine Koalitionsmöglichkeiten verfügt, wird sie erstmals seit 2002 wieder auf die Oppositionsbank müssen.

Die rechtsextreme Front National (FN) erreichte 13,6 Prozent, kann aber wenn überhaupt nur mit einer Handvoll Mandate rechnen. Knapp sieben Prozent stimmten für das Linksbündnis Front de Gauche.

In Frankreich gilt das absolute Mehrheitswahlrecht, das kleinere Parteien ohne Bündnispartner wie die FN stark benachteiligt. Die endgültige Entscheidung über die Sitzeverteilung fällt jedoch erst in der zweiten Runde am kommenden Sonntag. Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde lag bei nur 57 Prozent.

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