Frankfurt (dpa) - Der Dax hat am Dienstag seine Achterbahnfahrt fortgesetzt. Bereits zum Wochenauftakt hatte der Leitindex einen Kurssprung von bis zu 2,56 Prozent fast wieder komplett abgegeben.

Die starken Schwankungen werteten Börsianer als Ausdruck der hohen Verunsicherung. Zuletzt rückte er am Dienstagnachmittag um 0,43 Prozent auf 6.167,22 Punkte vor. Der MDax sank um 0,31 Prozent auf 10.072,30 Punkte. Der TecDax verlor 0,24 Prozent auf 737,70 Punkte.

Die Nervosität am Markt blieb weiter hoch. Börsenbriefautor Hans Bernecker sieht hierin einen Gradmesser für die Unsicherheit vor der Wahl in Griechenland am Wochenende. "Bis zum Freitag bleibt die Tagestendenz unruhig", erwartet er. Die Sorgen seien nicht kleiner geworden, sagte auch Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets und verwies zusätzlich auf den erheblichen Refinanzierungsbedarf Spaniens und auch Italiens.

Diese Sorgen belasteten erneut die Bankenwerte in Europa. Im Dax gaben die Titel der Commerzbank um 1,24 Prozent nach und die der Deutschen Bank um 0,74 Prozent. Dass die schwächelnde Nachfrage nach Flugtickets das Wachstum der Lufthansa im Mai nahezu ausbremste, belastete die Aktie der größten europäischen Fluggesellschaft. Sie büßte 1,53 Prozent ein.

Die Aktien der Autobauer gaben trotz negativer Nachrichten aus China nur leicht nach. Wachsende Lagerbestände bei chinesischen Autohändlern hatten im Mai die Preise gedrückt. Zugleich jedoch sprach das Management von VW für den Monat Mai von einem starken China-Geschäft und einer weiter anziehenden Nachfrage in den USA.

Dadurch habe das hohe Wachstumstempo gehalten werden können, hieß es. Die VW-Aktien reduzierten ihre Verluste und zeigten sich am Nachmittag prozentual unverändert. Daimler verloren 0,91 Prozent und BMW sanken um 0,34 Prozent.

Eine Kaufempfehlung der UBS verhalf den Titeln des Versorgers Eon mit plus 2,76 Prozent auf 14,725 Euro an die Dax-Spitze. Analyst Patrick Hummel sprach von einer "Erholungsstory mit attraktiver Bewertung" in einem schwierigen Sektorumfeld. Zudem hob er die Dividendenrendite von mehr als sieben Prozent hervor.

Die Deutsche Telekom will das Wachstum mit ihrem Internetfernsehen Entertain vorantreiben. Jährlich sollen 400.000 bis 500.000 Kunden dazu kommen, sagte Marketing-Manager Christian Illek am Dienstag in Köln. Bisher gewinnt die Telekom für ihre Bezahlplattform jährlich 400.000 Kunden hinzu. Die Aktie zog um 1,93 Prozent an.