Berlin (dpa) - Der neue Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain will das durch die Finanzkrise verlorene Vertrauen der Bürger in die Banken zurückgewinnen.

Vor dem CDU-Wirtschaftsrat sagte Jain bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt seit seiner Amtseinführung Ende Mai in Berlin: «Die größte Herausforderung für die Bankenbranche steht uns noch bevor: Wir müssen unseren Vertrag mit der Gesellschaft erneuern. (...) Einfach gesagt: Die Banken sind in Ungnade gefallen.» Es sei verständlich, dass die Menschen den Banken mit Misstrauen begegneten. «Wir müssen ihr Vertrauen zurückgewinnen.»

Mit Blick auf strengere Kapitalvorschriften für Banken in Folge der Krise verwies Jain in einem vorab übermittelten Redemanuskript darauf, dass diese Vorgaben Banken zwar sicherer machten. Dadurch werde aber Kapital auch knapper und damit teurer für Kunden.

Zur Debatte über den Umgang mit großen, grenzüberschreitend tätigen Instituten warnte der Co-Chef von Deutschlands größtem Geldhaus gegen eine Abtrennung des Investment-Bankings vom klassischen Bankgeschäft. Er warb für das «Universalbankenmodell». Dieses habe sich auch in der Krise bewährt. Die Deutsche Bank ist nach wie vor von diesem Modell überzeugt.

Jain rechnet - auch in Folge der schärferen Bankenregulierung - mit einer weiteren Konzentration im Bankgewerbe. Bereits heute gebe es deutlich weniger globale Banken als noch vor fünf Jahren. Die Deutsche Bank gehe davon aus, dass in Zukunft «nur noch eine Handvoll starker globaler Banken» übrig bleibe: «Wir wollen unsere Position in diesem Kreis weiter festigen», betonte Jain.

Jain bekannte sich zum deutschen Heimatmarkt. Eine erfolgreiche Bank der Zukunft sollte «fest in einem starken heimischen Markt mit soliden Staatsfinanzen verankert sein». Vor fünf Jahren habe es so ausgesehen, als hätten sich die Banken von ihren nationalen Wurzeln losgesagt. Jain: «Heute sind sie wichtiger denn je, und wir sind froh, Deutschland als unseren Heimatmarkt zu haben.»