Brüssel (dpa) - Die EU-Fischereiminister haben am Dienstag Beratungen über den langfristigen Erhalt der europäischen Fischbestände aufgenommen. Im Mittelpunkt stand das Rückwurfverbot für überschüssig gefangenen Fisch.

Beraten wird auch über den «höchstmöglichen Dauerertrag», wie Dänemarks Fischereiministerin Mette Gjerskov vor dem Treffen in Luxemburg erklärte. Damit ist die Fangmenge gemeint, die auf Dauer aus dem Meer geholt werden kann, ohne den Bestand einer Art zu gefährden.

Die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki will mehrjährig verbindliche Bewirtschaftungspläne mit Fangobergrenzen vereinbaren, da bereits drei Viertel der Bestände in Europa überfischt sind. Ob das wie ursprünglich geplant schon ab 2015 greifen kann, ist aber fraglich. Die EU-Staaten wurden sich bislang nicht einig.

Auch der Streit um den Beifang ist nicht gelöst. Bisher werfen die Fischer überschüssigen Fisch, für den sie keine oder nicht genügend Fangrechte haben, zurück ins Meer. Dort landet er häufig tot oder verletzt. Damit halten sie zwar ihre Quote ein, doch die Bestände gehen trotzdem zurück.

In Zukunft sollen die Fischer den Beifang an Land bringen und ihn auf ihre Quoten anrechnen lassen. Bislang hatten sich große Fischereinationen wie Frankreich oder Spanien gegen ein grundsätzliches Rückwurfverbot gesperrt.

Tagesordnung des Ratstreffens, englisch

Informationen des Rates zum Treffen, englisch

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