Keine Entspannung für Spanien und Italien - Renditen steigen weiter

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger bleiben angesichts der lodernden Euro-Schuldenkrise höchst skeptisch. Die Zinsen, die Madrid und Rom Investoren für frisches Geld bieten müssen, stiegen am Dienstag weiter. Die deutschen und andere europäische Börsen legten bis Mittag nur leicht zu. Am Vortag hatte die Ankündigung milliardenschwerer Finanzhilfen für Spaniens marode Banken zunächst für ein Kursfeuerwerk an den Börsen gesorgt, bevor sich zunehmend Ernüchterung breitmachte. Bankvolkswirte wiesen darauf hin, dass viele Fragen offen seien. Als strittig gilt etwa, welcher der beiden Rettungsschirme - der EFSF oder der ESM - für die Hilfen aufkommen soll. Hiervon hängt ab, inwieweit Inhaber spanischer Staatsanleihen von der Bankenrettung betroffen sind. Zudem erhöhen die Finanzhilfen die Staatsverschuldung Spaniens.

Spanien-Hilfe löst in Portugal Unmut aus

Lissabon (dpa) - Die 100-Milliarden-Hilfe für die spanischen Banken hat beim hochverschuldeten Nachbarn Portugal Unmut sowie Forderungen nach besseren Bedingungen für das eigene Milliardenpaket ausgelöst. Portugal müsse die selben Konditionen wie Spanien bekommen, da es in der EU «nicht Länder erster und zweiter Kategorie geben» dürfe, sagte der Führer der oppositionellen Sozialistischen Partei (PS), Antonio Seguro, am späten Montagabend in Lissabon. Der liberal-konservative portugiesische Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho nehme eine passive Haltung Haltung ein, während Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy «bereits ein weiteres Jahr Zeit für seine Haushaltskonsolidierung erhalten hat», klagte Seguro. Man unterstütze aber die Spanien-Hilfe, die «sehr wichtig» sei.

Apple erneuert Notebooks und iPhone-Plattform - kein Fernseher

San Francisco (dpa) - Apple geht gleich auf zwei Fronten in die Offensive: Das nächste Betriebssystem für iPhone und iPad heizt den Kampf um den Mobilfunk-Markt mit Googles Android an, ein Super-Notebook soll dem Windows-Lager Konkurrenz machen. Auf einen Apple-Fernseher, über den seit Monaten spekuliert wird, wartete man am Montag aber vergeblich. Unter den Neuerungen des nächsten mobilen Systems iOS 6 sind die Integration von Facebook und eine bessere Version des sprechenden «persönlichen Assistenten» Siri. Die Google-Karten werden durch einen eigenen Dienst von Apple ersetzt. Im Computer-Geschäft gibt es ein dünneres Spitzenmodell des Laptops Macbook Pro mit einer stark verbesserten Bildschirm-Auflösung.

Volkswagen hält Wachstumstempo - Winterkorn: Konzernumbau richtig

Wolfsburg/Hannover (dpa) - Dank des starken China-Geschäfts und der weiter anziehenden Nachfrage in den USA hat Europas größter Autobauer Volkswagen sein hohes Wachstumstempo auch im Mai halten können. Seit Beginn des Jahres lieferten die Wolfsburger insgesamt 2,29 Millionen Fahrzeuge ihrer Kernmarke VW-Pkw aus. Wie der Konzern am Dienstag berichtete, waren das 9,4 Prozent mehr als in den ersten fünf Monaten 2011. Im Mai allein betrug das Plus 9,3 Prozent - im Einzelmonat April war es um 3 Prozentpunkte geringer ausgefallen. Vertriebsvorstand Christian Klingler sprach von einer «sehr ordentlichen» Entwicklung. Zugleich warnte er vor den anhaltenden Schwierigkeiten in vielen europäischen Krisenländern.

WestLB-Abwicklung auf der Kippe - Gespräche mit Helaba

Frankfurt/Düsseldorf (dpa) - Gut zwei Wochen vor der geplanten Zerschlagung der WestLB droht der Verkauf des letzten funktionsfähigen Teils der Düsseldorfer Landesbank zu scheitern. Hintergrund ist ein Streit um die Übernahme eines millionenschweren Risikos aus einem Derivate-Portfolio der WestLB. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) will das Sparkassen- und das Mittelstandsgeschäft der WestLB übernehmen. Ihr Vorstandschef Hans-Dieter Brenner habe aber ausgeschlossen, dass sein Haus das Derivatepaket mit einem Verlustpotenzial von 300 Millionen Euro übernimmt, betonte ein Sprecher am Dienstag in Frankfurt. Damit hängt das Geschäft kurz vor seiner geplanten Abwicklung am seidenen Faden.

Rösler und Löscher werben um chinesische Investoren

Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Vertreter der Wirtschaft haben für chinesische Investitionen in Deutschland geworben. «Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass diese Direktinvestitionen womöglich schädlich wären. Das Gegenteil ist der Fall, sie sind gewollt, sie sind gewünscht», sagte Rösler am Dienstag in Berlin. Das gemeinsame Signal laute: «Investoren aus China sind herzlich willkommen.» Rösler betonte, als Exportnation sei Deutschland zwingend darauf angewiesen, dass die Regeln des offenen Marktes weltweit eingehalten würden. «Und deshalb müssen wir auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen.» Insbesondere im Mittelstand könnten chinesische Direktinvestitionen in Deutschland die Produktivität verbessern und die Wirtschaftskultur stärken.

Von der Leyen fordert Funkstille in der Freizeit

Berlin (dpa) - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert eine deutliche Trennung von Arbeit und Freizeit. «Es muss ganz klare Regeln innerhalb eines Betriebes geben was Handykultur, Mailverkehr angeht. Diese Regeln müssen vom Arbeitgeber gesetzt werden, aber auch von den Beschäftigten gelebt werden», sagte sie am Dienstag in Berlin. So wie es Arbeitsschutzmaßnahmen wie Bauhelme gebe, müsse es auch psychischen Arbeitsschutz geben. «In der Freizeit sollte Funkstille herrschen», forderte von der Leyen. Das Problem ist nicht neu. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps - diese Volksweisheit gilt längst nicht mehr für alle Arbeitnehmer. 88 Prozent der Berufstätigen sind einer Bitkom-Umfrage vom vergangenen Sommer zufolge auch außerhalb ihrer Arbeitszeit per Handy oder E-Mail erreichbar.

Hohe Nervosität wegen Sorgen um Eurostaaten - Aber Dax im Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag seine Achterbahnfahrt fortgesetzt. Bereits zum Wochenauftakt hatte der Leitindex einen Kurssprung von bis zu 2,56 Prozent fast wieder komplett abgegeben. Die starken Schwankungen werteten Börsianer als Ausdruck der hohen Verunsicherung. Zuletzt rückte er am Nachmittag um 0,43 Prozent auf 6167 Punkte vor. Der MDax sank um 0,31 Prozent auf 10 072 Punkte. Der TecDax verlor 0,24 Prozent auf 738 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2492 (Montag: 1,2544) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8005 (0,7972) Euro.