Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Vertreter der Wirtschaft haben für chinesische Investitionen in Deutschland geworben.

«Wir wollen mit dem Vorurteil aufräumen, dass diese Direktinvestitionen womöglich schädlich wären. Das Gegenteil ist der Fall, sie sind gewollt, sie sind gewünscht», sagte Rösler am Dienstag in Berlin. Das gemeinsame Signal laute: «Investoren aus China sind herzlich willkommen.»

Rösler betonte, als Exportnation sei Deutschland zwingend darauf angewiesen, dass die Regeln des offenen Marktes weltweit eingehalten würden. «Und deshalb müssen wir auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen.» Insbesondere im Mittelstand könnten chinesische Direktinvestitionen in Deutschland die Produktivität verbessern und die Wirtschaftskultur stärken.

Siemens-Chef Peter Löscher wies als Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft den Eindruck zurück, Deutschland werde von Chinesen überrollt. Tatsächlich habe die deutsche Wirtschaft bis 2010 rund 22 Milliarden Euro in China investiert, die Chinesen in Deutschland hingegen nur 775 Millionen.

Rösler beklagte, dass es in der heimischen Wirtschaft immer noch psychologische Vorbehalte gebe. Dabei seien die Zeiten, in denen Chinesen deutsche Unternehmen etwa der Stahlbranche aufgekauft und in China wieder aufgebaut hätten, lange vorbei. Diese Diskussion hierzulande sei «fast schon ein bisschen provinziell».

Der China-Sprecher der deutschen Wirtschaft, Martin Brudermüller, hob die wachsende Bedeutung Chinas bei Forschung und Entwicklung hervor. Viele Unternehmen seien inzwischen wichtige Innovationspartner, zum Beispiel auf dem Gebiet der Elektromobilität. Dies biete große Chancen für deutsche Firmen. «Insofern ist das kein Angstszenario, sondern eine Win-Win-Situation für beide Seiten.»

Erst im Januar war bekanntgegeben worden, dass der deutsche Betonpumpenhersteller Putzmeister vom chinesischen Konzern Sany Heavy Industry übernommen wird. Dadurch entsteht der weltweite Marktführer für Betonpumpen. Die Chinesen peilen bis 2016 mehr Umsatz und mehr Mitarbeiter an.

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