Rom (dpa) - Italiens Regierungschef Mario Monti setzt im Kampf gegen die Nervosität an den Anleihemärkten auf Wirtschaftswachstum.

Falls es auf dem EU-Gipfel am 28. Juni in Brüssel ein glaubwürdiges Paket zur Förderung von Wachstum gebe, werde sich die für Italien derzeit wieder angespannte Lage bei den Anleihezinsen verringern, sagte Monti am Mittwoch in Rom in einem Bericht vor der Abgeordnetenkammer.

Er zeigte sich davon überzeugt, dass Italien die Krise meistern könne. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone habe eine geringere Privatverschuldung als andere Länder und weitgehend stabile Banken.

«Wir sehen ganz gelassen, wie Italien sich im internationalen Rahmen präsentiert», sagte Monti. «Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, die wir vor uns haben, sehen aber auch das, was Parlament, Regierung und das Land in diesen Monaten bereits geleistet haben.»

Wegen der wieder angespannten Finanzmarktlage hatte Monti am Vorabend die Chefs der drei Parteien zu sich gerufen, die die Politik der Sanierung und harten Sparmaßnahmen seiner Technokratenregierung im Parlament tragen. Ihm sei von den Parteichefs «volle Unterstützung» zugesichert worden, Reformen wie auch weitere Ausgabenkürzungen rasch durchs Parlament zu bringen.