München (dpa) - Wegen schwerer Brandstiftung in seiner Miet-Villa muss sich Fußball-Profi Breno von Mittwoch an vor Gericht verantworten.

Zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Prozesses vor der 12. Strafkammer des Landgerichts München I warf Staatsanwalt Nikolaus Lanz dem 22-Jährigen vor, das Haus im vergangenen September vorsätzlich angezündet zu haben. Breno, dessen Vertrag beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München in zweieinhalb Wochen ausläuft, schwieg sich auch bei Prozessbeginn zum Tatvorwurf aus. «Ich denke, dass das Gericht in meinem Sinne handeln und das Beste für mich finden wird», betonte er aber.

Vor knapp neun Monaten war die Villa des Brasilianers im Münchner Nobel-Vorort Grünwald in Flammen aufgegangen. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von mehr als einer Million Euro, das Haus musste abgerissen werden. Schnell geriet der Abwehrspieler ins Visier der Ermittler: Laut Lanz soll Breno das Feuer an verschiedenen Stellen im Gebäude vorsätzlich gelegt haben. Dem Profi droht eine Haftstrafe.

Der angespannt wirkende Breno Vinicius Borges ging am Mittwoch ausführlich auf seine Lebensumstände in Deutschland ein. Als er Anfang 2008 als damals 18-Jähriger für die stolze Summe von zwölf Millionen Euro vom FC Sao Paulo an die Isar gewechselt sei, hätten ihn zunächst seine Eltern begleitet. Seine schwangere Lebensgefährtin und spätere Ehefrau sei nachgekommen. «Ich wollte beide hier haben, meine Eltern und meine Ehefrau», sagte er vor Gericht.

Der FC Bayern habe aber eine Entscheidung von ihm gefordert. «Bayern sagte zu mir: Du hast Dich zu entscheiden zwischen deinen Eltern und deiner Ehefrau», gab Breno zu Protokoll. «Das war schon schwierig für mich, weil ich doch sehr an meinen Eltern gehangen habe. Aber ich musste mich entscheiden zwischen meinen Eltern und meiner Ehefrau.»

Beim FC Bayern konnte sich das hochgelobte Abwehr-Talent auch wegen schwerer Verletzungen nie durchsetzen, insgesamt kam Breno in seinen viereinhalb Jahren beim deutschen Rekordmeister nur auf 33 Pflichtspiel-Einsätze. Wenn er nicht gespielt habe, sei er «die meiste Zeit zu Hause geblieben», sagte er. Zu den meisten Spielern habe es kaum privaten Kontakt gegeben. Zu seiner Zukunft sagte Breno: «Ich warte jetzt natürlich ab, wie das Verfahren ausgeht.»

Für den Strafprozess hat das Gericht zunächst zehn Verhandlungstage bis Mitte Juli angesetzt. Beim Auftakt war auch Bayerns früherer Stürmer Giovane Elber anwesend. «Der FC Bayern hat viel für Breno getan», sagte er. «Aber die Integrationsprobleme, die Spieler am Anfang haben, da muss der FC Bayern besser aufpassen.»