Beirut/Bagdad (dpa) - Bei einer Serie von Anschlägen sind im Irak nach Angaben von Sicherheitsbeamten und örtlichen Medien mehr als 20 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Die Sprengsätze, darunter mehrere Autobomben, detonierten am Mittwoch in der Hauptstadt Bagdad sowie in den weiter südlich gelegenen Provinzhauptstädten Hilla und Kerbela, hieß es. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge scharf, wie das Auswärtige Amt mitteilte.

In Hilla explodierten laut Medienberichten mehrere Sprengsätze in der Nähe eines Restaurants, in dem sich schiitische Pilger versammelt hatten. Mindestens sechs Menschen starben, mindestens 20 weitere wurden verletzt. Eine zweite Autobombe in Hilla tötete sieben Menschen. Hilla liegt rund 100 Kilometer südlich von Bagdad. In der Hauptstadt riss eine Autobombe in einem überwiegend schiitischen Stadtteil weitere Menschen in den Tod. Die genaue Zahl der Opfer war zunächst nicht bekannt. Drei Menschen starben in einem anderen Stadtteil, als Mörsergranaten einen Prozessionszug schiitischer Pilger trafen. Bei vier weiteren Anschlägen an verschiedenen Orten im Irak starben mindestens vier Menschen, viele wurden verletzt.

Die Eskalation der Gewalt gegen schiitische Gläubige im Irak spiegelt die Spannungen zwischen den Religionsgruppen wider. Westerwelle appellierte deshalb an die politisch Verantwortlichen im Irak, die schwelende Regierungskrise zu beenden und gemeinsam an einer friedlichen und demokratischen Entwicklung zu arbeiten. Die Schiiten sind die größte Religionsgemeinschaft in dem Land, gefolgt von den sunnitischen Muslimen.