Sydney (SID) - Erpressungsvorwürfe haben für Ärger im australischen Gewichtheber-Verband (AWF) gesorgt. Der gebürtige Kameruner Daniel Koum soll umgerechnet 5000 US-Dollar für seine Teilnahme an den Ozeanien-Meisterschaften in Samoa gefordert und erhalten haben. Der Start Koums war essentiell für Australiens Teilnahme im Gewichtheben bei Olympia in London (27. Juli bis 12. August).

"Wir waren völlig schockiert, es war unglaublich", sagte Verbandschef Michael Keelan, etwas Vergleichbares sei ihm in 40 Jahren nicht untergekommen: "Er sagte, wenn er die Summe nicht bekomme, würde er nicht starten." Koum selbst bestreitet die Vorwürfe. Das australische Olympische Komitee (AOC) hat eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Am Samstag findet das entscheidende Qualifikationsturnier in Brisbane statt.

Aus Sorge, Koum würde bei dem Wettbewerb nicht an seine Leistungsgrenze gehen, hatte Keelan dem Sportler nach eigener Aussage schon im Vorfeld 1000 Dollar als Anreiz geboten. Unmittelbar vor dem Wettkampf soll Koum dann die höhere Summe gefordert haben. "Innerhalb einer halben Stunde haben wir ihm die 5000 Dollar übergeben", sagte Keelan.

Der gebürtige Kameruner Koum erklärte: "Ich bin schockiert. Ich war immer ein Wettkämpfer. Ich habe viel investiert, um dieses Land zu vertreten und nun werde ich beschuldigt 5000 Dollar gefordert zu haben?."

Der Wettbewerb in Samoa war von außerodentlicher Bedeutung für die australische Olympiateilnahme. Die Absage eines Athleten bei den Ozeanien-Meisterschaften hätte dem Verband die Chance auf eine Platzierung unter den besten fünf Nationen genommen.