Montevideo (SID) - Die Ansprüche des Weltverbandes FIFA an die Organisatoren der Fußball-WM 2014 in Brasilien sind trotz demonstrativer Zuversicht offenbar gesunken. Vor dem Hintergrund der Probleme bei den Vorbereitungsarbeiten für das Turnier am Zuckerhut hat FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) erstmals offiziell Abstriche in Bezug auf die Rahmenbedingungen eingeräumt.

"Wir hatten bisher bei jeder WM in jedem Land die gleichen Probleme. Für Brasilien ist alles geregelt. Brasilien hat derzeit die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt und kann sich eine misslungene WM nicht erlauben. Sie werden die WM organisieren, wie sie Fußball spielen: großartig. Bei bestimmten Stadien könnte bei WM-Beginn allerdings der Anstrich noch fehlen", sagte Blatter in Uruguay bei der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Schweizer Gemeinde Nueva Helvecia 120 km westlich von der Hauptstadt Montevideo.

Seit Monaten bereiten die nur schleppend vorangehenden Bauarbeiten an den insgesamt zwölf WM-Stadien der FIFA große Sorgen. Im Frühjahr waren die Schwierigkeiten Gegenstand einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke und der brasilianischen Regierung.

Im vergangenen Monat berichteten Zeitungen im Gastgeber-Land der nächsten WM-Endrunde über eine interne FIFA-Studie, wonach der Stand bei den Arbeiten an den WM-Arenen als "kritisch" zu bewerten sei und bis zu sechs Stadien nicht bis zum WM-Turnier fertiggestellt sein könnten.