München (SID) - Der langjährige Mediendirektor und frühere Marketing-Chef des Fußball-Weltverbandes, Guido Tognoni, hat FIFA-Präsident Joseph S. Blatter kritisiert, weil dieser viel zu spät die Torlinien-Technik einführen will. Blatter wolle "als Reformer dastehen", sagte Tognoni im Focus-Interview, deshalb wolle er "nun eine Technologie in den Fußball einführen, die überfällig und keine Innovation ist, weil es sie ja schon lange gibt".

Am 5. Juli entscheiden die Regelhüter des International Board der FIFA bei einer Sitzung in Zürich über die Torlinien-Technik. Bei der EM in Polen und der Ukraine hatte es aufgrund des Torklaus von Donezk, als der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai einen regulären Treffer des Ukrainers Marko Devic gegen England nicht anerkannte, heftige Kritik an den Torrichtern gegeben.

Diese werden von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erstmals bei einer EM-Endrunde eingesetzt. UEFA-Präsident Michel Platini hat sich gegen Technik im Fußball ausgesprochen und favorisiert den Einsatz von zwei weiteren Schiedsrichter-Assistenten neben den Toren.