Berlin (dpa) - Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, hält die Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland nach wie vor für hoch. Ernstzunehmende Gefahren gingen vor allem auch von Einzeltätern und Kleinstgruppen aus, sagte Ziercke der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

Sie radikalisierten sich weitgehend unbemerkt - ohne Anbindung an eine bekannte Terrororganisation. Den Entschluss zu einem Anschlag könnten sie kurzfristig oder spontan fassen.

«Die Täter handeln dabei in Übereinstimmung mit den dschihadistischen Zielen ihrer Leitfiguren, deren Ideologie sie meist über das Internet konsumiert und verinnerlicht haben», sagte Ziercke. Zwar gebe es derzeit keine konkreten Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag. Dennoch dürften die Sicherheitsbehörden in ihrer Aufmerksamkeit nicht nachlassen.

Zurückhaltend äußerte sich der BKA-Präsident zu einem möglichen bundesweiten Verbot von Rocker-Clubs. Für die Prüfung eines Verbotsverfahrens seien die Innenminister von Bund und Ländern zuständig. «Fakt ist, dass sich Mitglieder von Rockergruppierungen in Strukturen bewegen, denen ein hohes Potenzial organisierter Kriminalität zuzurechnen ist», so Ziercke.