Danzig (dpa) - Erst rutschte Bundeskanzlerin Angela Merkel unruhig auf ihrem Sitz hin und her - dann eilte sie zehn Minuten nach dem Abpfiff freudestrahlend und erleichtert in die Kabine der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Beim 4:2-Sieg der DFB-Auswahl im EM-Viertelfinale gegen Griechenland erlebte Merkel wie alle Fans am Freitagabend in Danzig zunächst eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ehe der am Ende klare Erfolg feststand. «Es ist immer wieder aufregend. Anfangs habe ich gebibbert. Danach hatte ich aber den Eindruck, dass die Mannschaft überlegen ist», sagte Merkel.

Gemeinsam mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Liga-Präsident Reinhard Rauball überbrachte die Kanzlerin den deutschen Kickern ihre Glückwünsche zum Einzug ins Halbfinale. «Das war ein tolles Spiel. Weiter so», lobte Merkel in der Kabine.

Allerdings lauschten nicht alle Spieler den Worten der in einem grünen Blazer erschienenen Kanzlerin. «Ich habe das nicht mitbekommen. Ich war unter der Dusche. Tut mir leid», gestand Bastian Schweinsteiger.

Mittelfeldspieler Andre Schürrle war dagegen voll bei der Sache. «Bundeskanzlerin Angela Merkel hat uns allen persönlich gratuliert und eine kurze Rede gehalten. Sie findet es schade, dass sie beim Halbfinale nicht dabei sein kann», berichtete der Profi von Bayer Leverkusen. Merkel kann die deutsche Elf im Halbfinale am kommenden Donnerstag in Warschau nicht vor Ort unterstützen, weil sie zur gleichen Zeit an der zweitägigen Sitzung des europäischen Rates in Brüssel teilnimmt.

An der Seite von Niersbach und unter anderen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hatte Merkel zuvor auf der Tribüne mitgefiebert. Nach jedem Treffer entlud sich ihre Anspannung in ausgelassenem Jubel. «Das ist eine persönliche Freude, quasi eingequetscht zu sein zwischen Bundeskanzlerin und Innenminister. Ich weiß gar nicht, welche Schulter mehr lädiert ist», erzählte Niersbach nach dem Spiel.