Erfurt (SID) - Hochspringerin Ariane Friedrich ist auf der Jagd nach der Olympianorm zum vierten Mal gescheitert. 1,93 m waren am Samstag bei den thüringischen Meisterschaften in Erfurt zu hoch für die 28-Jährige, die in den vergangenen Wochen dreimal die für die Sommerspiele in London (27. Juli bis 12. August) erforderlichen 1,95 m verpasst hatte. Sie und ihr Trainer hatten ein kleines Geheimnis aus dem Wettkampfort gemacht, "weil Ariane die Norm möglichst ohne großen Medienrummel schaffen soll", so Günter Eisinger, zugleich Manager.

"Die Rückkehr zum langen Anlauf mit elf Schritten hat nicht auf Anhieb geklappt. Aber ich spüre Reserven, das macht mich doch zuversichtlicher", meinte die WM-Dritte und Hallen-Europameisterin von 2009, die nach dem Achillessehnenriss in diesem Jahr ein Comeback gefeiert hatte. Am Montag wird die Athletin der LG Frankfurt zu den Europameisterschaften nach Helsinki (27. Juni bis 1. Juli) fliegen. Die Norm (1,92 m) für die EM hatte Ariane Friedrich zweimal geschafft. In der finnischen Hauptstadt, wo am Mittwoch die Qualifikation ansteht und am Donnerstag das Finale, hofft sie nun auf gutes Wetter, um die 1,95 m für London zu bewältigen.

In Erfurt nahm die gebürtige Thüringerin auf Anhieb 1,82 m und 1,88 m. Bei 1,93 m hatte sie dann drei Fehlversuche, scheiterte auch bei einem zusätzlichen vierten Versuch außerhalb des Wettkampfs. "Das Wetter war eigentlich gut mit Sonne und 24 Grad. Aber die Umstellung von neun auf elf Schritte Anlauf hat nicht auf Anhieb geklappt. Nun hoffen wir, dass die Temperaturen bei der EM besser werden als vorausgesagt", sagte Günter Eisinger, dem vom finnischen Wetterbericht Regengefahr und nur 15 Grad prophezeit worden waren.

Sollte Ariane Friedrich die Norm auch bei der EM nicht schaffen, will Eisinger eine letzte Chance am 1. Juli in Eberstadt bei Heilbronn nutzen. Drei Tage später findet in Frankfurt/Main die letzte Nominierungssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für London statt.