Berlin (SID) - Für Reiter-Präsident Graf Breido zu Rantzau (Breitenburg) wäre das Olympia-Aus von Dressurreiter Matthias Rath (Kronberg) mit seinem Millionenpferd Totilas ein schwerer Schlag. "Für den Jungen, für die Mannschaft und für den Verband wäre es sehr schade, wenn es mit einem Start in London nicht klappen würde. Wir hoffen bis zuletzt, dass es Matthias noch schafft", sagte der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) mit Blick auf die Spiele (27. Juli bis 12. August).

Am Freitagabend war bekannt geworden, dass Rath am Pfeifferschen Drüsenfieber (Epstein-Barr-Virus) erkrankt ist und zwölf bis 14 Tage pausieren muss. Der 27-Jährige sagte seine Teilnahme für den CHIO in Aachen (2. bis 8. Juli) ab und bleibt der entscheidenden Olympia-Sichtung fern. "Wenn wir jetzt sagen, weil er ihn Aachen fehlt, darf er in London nicht starten, wären wir schlecht beraten", sagte Dressurausschuss-Vorsitzender Klaus Röser.

Der Plan ist: Bundestrainer Jonny Hilberath reist mit Mannschaftstierärztin Dr. Cordula Gather (Weilerswist) Ende kommender Woche nach Kronberg, um sich ein Bild vom Konditions- und Trainingszustand des 10-Millionen-Euro-Hengstes zu machen. Am 6. Juli, zwei Tage vor der endgültigen Olympia-Nominierung durch den Ausschuss Dressur des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), soll eine abschließende Beurteilung von Reiter und Pferd durch den Bundestrainer, die Tierärztin und ein Mitglied des Dressurausschusses erfolgen.

"Wir wollen jetzt nicht in Panik verfallen und hoffen, dass Matthias nach zwei Wochen Pause wieder im Sattel sitzt. Dann ist noch genügend Zeit, um in London an den Start zu gehen", sagte Röser. Beim CHIO rückt Dorothee Schneider (Framersheim) mit der zehnjährigen Hannoveraner Stute Diva Royal für Rath und Totilas ins deutsche Team.