EU-Kommission macht Tempo bei Hilfskrediten für Spanien

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission drückt bei den Hilfskrediten für Spaniens Banken aufs Tempo. EU-Währungskommissar Olli Rehn erwartet eine Einigung mit Madrid über die Konditionen und Auflagen für die Milliarden-Notkredite innerhalb weniger Wochen. Er sei zuversichtlich, dass ein Memorandum in ein paar Wochen unterschrieben werden könne, können, sagte Rehn in einem Statement am Montag in Brüssel. Er begrüßte, dass Spanien nun auch offiziell den Antrag auf europäische Hilfe gestellt habe. Nun werde der Finanzbedarf des spanischen Bankensektors errechnet. Die zwei unabhängigen Gutachten, die die Kapitallücke auf bis zu 62 Milliarden Euro beziffert hätten, seien «ein guter Ausgangspunkt» dafür.

Geldmarktpapiere: Deutschlands Mini-Zinsen schrumpfen weiter

Frankfurt (dpa) - Investoren geben sich bei deutschen Staatstiteln weiter mit Mini-Zinsen zufrieden. Um sich für zwölf Monate rund zwei Milliarden Euro frisches Geld zu besorgen, musste der Bund am Montag lediglich eine durchschnittliche Rendite von 0,019 Prozent bieten, wie die Finanzagentur mitteilte. Bei der jüngsten Auktion am 21. Mai lag die Rendite mit 0,026 Prozent noch etwas höher. Die Nachfrage nach den als besonders sicher geltenden deutschen Staatspapieren ist ungebrochen hoch: Bei der aktuellen Versteigerung hätten die Gebote ausgereicht, um Titel über 5,770 Milliarden Euro unterzubringen. Die Suche nach ausfallsicheren Anlagen in einem nervösen Marktumfeld sei sehr deutlich, kommentierte die Finanzagentur das Auktionsergebnis.

Schlecker-Beschäftigte ab nächsten Montag freigestellt

Ehingen (dpa) - Die 13 200 Beschäftigten der insolventen Drogeriekette Schlecker werden von kommenden Montag an freigestellt. «Am Freitag werden die Freistellungen per Einschreiben verschickt», sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Montag der Nachrichtenagentur dpa. An diesem Mittwoch werden die Verkäuferinnen das letzte Mal an der Schlecker-Kasse stehen, denn um 15.00 Uhr werden die bundesweit 2800 Filialen endgültig geschlossen. «Danach wird nur noch aufgeräumt», sagte der Sprecher. An diesem Mittwoch und Donnerstag werde zudem der Gesamtbetriebsrat von Schlecker zusammenkommen, um Einzelheiten der Kündigungen zu besprechen. Im Juli sollen dann die Kündigungen an die Mitarbeiter herausgehen.

Fresenius kommt bei Rhön-Übernahme nur langsam voran

Bad Homburg/Bad Neustadt (dpa) - Bei der geplanten Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum kommt der Gesundheitskonzern Fresenius nur langsam voran. Am Montagmittag hatten die Rhön-Eigner erst 29,4 Prozent der Anteile angeboten, wie Fresenius in Bad Homburg bei Frankfurt mitteilte. Das Unternehmen hat mit Unterstützung des Rhön-Gründers Eugen Münch wie auch des Rhön-Managements den Eigentümern 22,50 Euro pro Aktie geboten, was mehr als 50 Prozent über der damaligen Börsennotierung liegt. Die Erklärungsfrist für die Aktionäre läuft am Mittwoch um 24 Uhr ab. Das Geschäft kommt nur zustande, wenn 90 Prozent plus eine Aktie angedient werden und außerdem die Kartellbehörden zustimmen.

Winterkorn wehrt sich gegen Kritik an Porsche-Deal

Stuttgart (dpa) - Der dank einer Gesetzeslücke früher mögliche Porsche-Kauf ist aus Sicht von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kein Trick zum Steuersparen. «Das Gegenteil ist richtig. Auch der Staat würde durch die höheren Steuereinnahmen wesentlich profitieren», sagte Winterkorn am Montag in seiner Rede vor den Aktionären der Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) in Stuttgart. Je eher VW den bei der PSE verbliebenen Teil des Porsche-Sportwagengeschäfts unter das eigene Dach hole, desto besser sei das für die Rentabilität und damit in der Endabrechnung auch für den steuerpflichtigen Gewinn.

Leben in Deutschland günstiger als bei den meisten Nachbarn

Wiesbaden (dpa) - Verbraucher in Deutschland bekommen mehr für ihren Euro als die Menschen in den meisten Nachbarländern. Lediglich bei den Nachbarn Polen und Tschechien sind die Lebenshaltungskosten niedriger als hierzulande, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Insgesamt lag das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr aber noch um 3,4 Prozent über dem Durchschnitt der 27 Länder der Europäischen Union - auch weil Länder im Osten Europas den Schnitt weit nach unten ziehen. Dagegen sind die Nachbarländer im Westen, Norden und Süden teurer - was Deutsche auf Reisen zu spüren bekommen.

Deutsche Aktien verlieren wegen schwindender Hoffnung vor EU-Gipfel=

Frankfurt/Main (dpa) - Anhaltende Sorgen um die Euro-Zone haben die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Montag weiter belastet. Der Dax rutschte bis zum Nachmittag um 1,64 Prozent auf 6160 Punkte ab. In der Vorwoche hatte der Leitindex nach einer Berg- und Talfahrt noch ein Plus von 0,54 Prozent behauptet. Nun schwinden aber laut Händlern die Hoffnungen auf den EU-Gipfel in dieser Woche und das reflektiere der schwache Markt. Für den MDax ging es zuletzt um 1,06 Prozent auf 10 067 Punkte bergab. Der technologielastige Auswahlindex TecDax sank um 1,35 Prozent auf 731 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2488 (1,2539) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8008 (0,7975) Euro.