Teheran (dpa) - Nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in Ägypten strebt der Islamist Mohammed Mursi ein besseres Verhältnis seines Landes zum Iran an. Die Ausweitung der beiderseitigen Beziehungen würde «ein wirksames strategisches Gleichgewicht in der Region» herstellen.

Das sagte er in einem Interview der regimenahen iranischen Nachrichtenagentur Fars, das am Montag in Teheran veröffentlicht wurde. Am Vortag hatte die iranische Führung Mursi zum Wahlsieg gratuliert.

Zur Israel-Politik sagte Mursi, dass er auf «Gleichberechtigung» und die Rechte der Palästinenser auf Rückkehr in ihr Land bestehen werde. «Dieses Thema ist für uns enorm wichtig, und in der Hinsicht werden wir auch den Friedensvertrag von Camp David revidieren», so Mursi. Er fügte jedoch hinzu, dass alle wichtigen Entscheidungen von seinem Kabinett getroffen werden. «Ich werde jedenfalls solche Entscheidungen nicht alleine treffen», sagte der Präsident. Ägypten hatte 1979 in Camp David (USA) als erstes arabisches Land ein Friedensabkommen mit Israel geschlossen.

Der Kandidat der konservativ-religiösen Muslimbruderschaft hatte sich in der Stichwahl gegen den Ex-Ministerpräsidenten Ahmed Schafik durchgesetzt.