Nürnberg (SID) - Doping-Untersuchungs-Experte Prof. Fritz Sörgel aus Heroldsberg bei Nürnberg sieht ebenfalls Anhaltspunkte für Dopingmissbrauch im Fußball-Nationalteam des EM-Co-Gastgebers Ukraine. Beim Länderspiel vor der EURO 2012 in Ingolstadt hatten die ukrainischen Spieler angeblich unter einer Lebensmittelvergiftung gelitten.

"Ich denke, das waren eindeutige Nebenwirkungen des Mittels Dexamethason. Das ist ein Kortison-Präparat", sagte Prof. Sörgel im Interview mit der AZ Nürnberg (Mittwoch-Ausgabe): "Es ist bekannt, dass die klassische Nebenwirkung eine schlechte Magenverträglichkeit ist, das Medikament aber die Regeneration fördert und entzündungshemmend wirkt. Erwischt wurden sie bei der EM trotz Kontrollen aber nicht. Die wissen ganz genau, wann sie was einsetzen müssen."

Der frühere sowjetische Nationalspieler Alexander Sawarow hatte zuvor seine Doping-Anschuldigungen gegen die ukrainische EM-Auswahl ebenfalls untermauert und ein Untersuchungsverfahren durch den nationalen Fußballverband FFU gefordert. Für die angebliche Lebensmittelvergiftung gebe es "keine andere Erklärung" als Medikamentenmissbrauch, hatte Sawarow dem SID gesagt.