Madrid/Frankfurt/Main (dpa) - Das Euro-Krisenland Spanien hat sich am Dienstag nur zu stark erhöhten Zinsen frisches Geld von Investoren beschaffen können.

Bei einer Versteigerung zweier kurz laufender Staatstitel mit drei- und sechsmonatiger Laufzeit stiegen die Renditen im Vergleich zu früheren Auktionen kräftig an. Dies geht aus Zahlen der nationalen Notenbank hervor. Zugleich war die Nachfrage nach den Papieren rückläufig, allerdings immer noch robust. Dementsprechend konnte der spanische Staat insgesamt 3,08 Milliarden Euro einsammeln. Das ist etwas mehr als ursprünglich geplant. Börsenkurse und der Eurokurs gaben daraufhin etwas nach.

Mit einem Dreimonatspapier nahm Spanien 1,6 Milliarden Euro ein. Im Vergleich zu einer Auktion im Mai verdreifachte sich die Rendite nahezu. Sie kletterte von 0,846 auf 2,362 Prozent. Bei der Versteigerung eines Geldmarktpapiers mit sechsmonatiger Laufzeit, das 1,48 Milliarden Euro einbrachte, legte die Rendite von 1,787 auf 3,237 Prozent zu - sie verdoppelte sich also fast. Zum Vergleich: Deutschland muss für dreißigjährige Schulden mit rund 2,2 Prozent weniger Zinsen zahlen als Spanien für ganz kurze Laufzeiten. Ausschlaggebend ist zum einen die hohe Bonität Deutschlands und zum anderen das starke Misstrauen der Investoren gegenüber Spanien, das am Montag bei dem Euro-Partnern Hilfe für seinen angeschlagenen Bankensektor beantragt hatte.