Euro-Schwergewichte Spanien und Italien stecken in Krise fest

Madrid/Rom (dpa) - Kurz vor dem EU-Gipfel geraten Spanien und Italien mehr und mehr unter Druck. Die Euro-Krisenländer müssen Investoren immer höhere Zinsen für frisches Geld bieten. Die ohnehin angespannte Lage der maroden spanischen Banken verschärfte sich weiter. Nach dem Antrag Madrids auf finanzielle Nothilfe für die Banken knöpfte sich die Ratingagentur Moody's die Institute vor und stufte die Bonität von 28 Banken teils drastisch ab. Für die Institute könnte es damit noch schwerer und teurer werden, an frisches Geld zu gelangen. Auch Zypern braucht Hilfe von den Euro-Partnern, die Höhe des Betrags ist aber noch unklar.

Allen Sorgen zum Trotz: Konsumklima verbessert sich

Nürnberg (dpa) - Es klingt paradox: Die Verbraucher sehen die Euro-Krise mit immer größerer Sorge - dennoch verbessert sich das Konsumklima in Deutschland. Grund ist die im Juni deutlich gestiegene Einkommenserwartung der Bevölkerung, wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag mitteilte. Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen nahm leicht zu. Die Nürnberger Forscher prognostizieren deshalb einen Anstieg des Konsumklimaindexes für Juli von 5,7 auf 5,8 Punkte. «Offenbar steigt die Furcht davor, dass auch Deutschland stärker in den Abwärtstrend gezogen wird. Bislang sehen die Bundesbürger jedoch die Gefahren aus dem Ausland offenbar ausschließlich für die Konjunktur generell und weniger für ihre persönliche Situation», kommentierten die Marktforscher die zwiegespaltenen Ergebnisse der repräsentativen monatlichen Studie.

USA hängen bei Bildung hinterher - Arbeitslosigkeit wird chronisch

Washington (dpa) - In puncto Dynamik und Erfindungsreichtum gelten die USA als Weltspitze - doch ohne erhebliche Investitionen in die Bildung junger Amerikaner könnte die größte Volkswirtschaft der Welt diesen Nimbus verlieren. Zu diesem Ergebnis kommt die OECD in ihrem jüngsten Bericht über die US-Ökonomie. «Die USA sind noch eine der innovativsten Ökonomien in der Welt, aber der Wettbewerb nimmt zu, und wir brauchen eine bessere Politik, um die USA in der Spitzenposition zu halten», sagte der Vize-Generalsekretär der Industriestaatenorganisation, Richard Boucher, am Dienstag in Washington bei der Präsentation des Berichts. Obwohl nach dem Ende der tiefen Rezession 2009 wieder Stellen geschaffen würden, rechnen die OECD-Experten auch für 2012 mit einer durchschnittlichen US-Arbeitslosenquote von etwas über acht Prozent - und für 2013 nur mit einem geringen Rückgang auf 7,6 Prozent.

Niederlande lassen Rezession überraschend hinter sich

Den Haag (dpa) - Die Niederlande sind dank einer starken Exportwirtschaft deutlich besser ins Jahr gestartet als zunächst gemeldet und haben die Rezession überraschend hinter sich gelassen. Nach endgültigen Daten sei die fünftgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im ersten Quartal nicht wie zuvor gemeldet geschrumpft, sondern habe deutlich zulegen können, teilte die Statistikbehörde des Landes am Dienstag mit. Nach Veröffentlichung der Daten bestätigte die Ratingagentur Fitch die Top-Bonität des Landes. Nach Angaben der Statistikbehörde legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten des Jahres nach saisonbereinigten Daten um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu. Zuvor hatte die Behörde noch ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,2 Prozent gemeldet.

Landgericht lässt Klage gegen Porsche-Manager zu =

Stuttgart (dpa) - Der Ex-Finanzchef der Porsche-Holding, Holger Härter, muss sich wegen des Vorwurfs des Kreditbetrugs vor Gericht verantworten. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart erhobene Anklage gegen den früheren Top-Manager sowie gegen zwei seiner damaligen Führungskräfte sei «vollumfänglich zugelassen», wie ein Sprecher des Landgerichts am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. «Es ist entschieden worden, das Hauptverfahren zu eröffnen, Termine stehen aber noch nicht fest», erklärte der Sprecher weiter. Härter und zwei seiner Spitzenkräfte aus der Finanzabteilung der Porsche SE sollen während des Übernahmekampfs mit dem VW-Konzern bei Verhandlungen für Kreditgeschäfte eine Bank falsch informiert haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht entsprechende Vorwürfe als stichhaltig genug an und brachte die Anklage im März auf den Weg. Härter wies damals alle Anschuldigungen zurück.

Arbeitsagenturen schaffen Papier-Akten ab - Pilotversuch erfolgreich

Nürnberg (dpa) - Nach einem erfolgreichen Pilotversuch in Ostdeutschland will die Bundesagentur für Arbeit (BA) nun flächendeckend die Papierakte in ihren 176 Arbeitsagenturen und 400 Dienststellen abschaffen. Vom 2. Juli an würden zunächst in Berlin-Brandenburg und Sachsen Millionen sogenannter Leistungsakten eingescannt, teilte eine BA-Sprecherin am Dienstag mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). Die Bundesagentur erhofft sich von der sogenannten E-Akte eine jährliche Kosteneinsparung in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem ließen sich Auskünfte schneller erteilen. Mitarbeiter könnten unabhängig vom Standort direkt auf ihrem Bildschirm auf Dokumente zugreifen, sagte die BA-Sprecherin.

Rheinmetall verschiebt Börsengang der Autosparte

Düsseldorf (dpa) - Der Rüstungskonzern Rheinmetall verschiebt den ursprünglich für Juni geplanten Börsengang seiner Autosparte. Das Tochterunternehmen, das unter dem Namen KSPG AG firmiert und früher Kolbenschmidt Pierburg hieß, werde nicht mehr vor der Sommerpause an die Börse gebracht, teilte Rheinmetall am Dienstag in Düsseldorf mit. Der Konzern begründete die Entscheidung mit der Entwicklung der Kapitalmärkte sowie der wirtschaftlichen und politischen Situation in der Eurozone. Damit reiht sich Rheinmetall in eine ganze Reihe auf Eis gelegter Börsengänge ein: Unlängst hatte der Essener Spezialchemiekonzern Evonik seine Kapitalmarktpläne vorerst aufgegeben. Im Herbst vergangenen Jahres stoppte Siemens ähnliche Pläne für den Leuchtmittelhersteller Osram.

«Flecki» hat im Puddingstreit gegen «Paula» die Nase vorn

Düsseldorf (dpa) - Oetkers Kinderpudding-Kuh «Paula» wird die Aldi-Rivalin «Flecki» auf den europäischen Märkten wohl dulden müssen. Für ein europaweites Verbot von «Flecki», wie es Lebensmittelriese Oetker fordert, sah das Düsseldorfer Oberlandesgericht am Dienstag keinen Anlass. Der Senat habe «große Schwierigkeiten», im Erscheinungsbild des «Flecki»-Kinderpuddings eine Verletzung des europaweit geschützten «Paula»-Designs zu sehen, befand der Vorsitzende Richter Wilhelm Berneke. Zur Frage eines bundesweiten Verbots ließ das Gericht allerdings keine Tendenz erkennen. Dafür müsste das gesamte Erscheinungsbild des Aldi-Puddings so nah am Oetker-Original angelehnt sein, dass dies gegen deutsches Wettbewerbsrecht verstößt. Die Entscheidung soll am 24. Juli verkündet werden.

Murdoch erwägt angeblich Aufspaltung seines Medienimperiums

New York (dpa) - Einer der größten Medienkonzerne der Welt könnte in seiner jetzigen Form schon bald Geschichte sein: Rupert Murdoch denkt nach Informationen amerikanischer Medien darüber nach, seine News Corp. in zwei Teile aufzuspalten: In ein Verlagsgeschäft mit Zeitungen und Büchern sowie in ein größeres und profitableres Unterhaltungsgeschäft mit dem Filmstudio «20th Century Fox» und den Fox-Fernsehsendern. Schon in dieser Woche könnte eine entsprechende Ankündigung erfolgen, schrieb die «New York Times» am Dienstag unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person.

Hessnatur gehört nun Finanzinvestor - Betriebsrat streitet dagegen

Butzbach (dpa) - Der umstrittene Verkauf des Naturmodeversands Hessnatur an den Finanzinvestor Capvis ist in trockenen Tüchern. Capvis sei seit Montag alleiniger Eigentümer der Hessnatur-Textilien GmbH, teilte das Schweizer Finanzunternehmen am Dienstag mit. Zuvor hätten die zuständigen Kartellbehörden in Deutschland und Österreich zugestimmt, so dass sich der Kaufvertrag automatisch vollzogen habe. Hessnatur-Betriebsratschef Walter Strasheim-Weitz kündigte weiteren Widerstand gegen den Einstieg des Finanzinvestors an. Am Mittwoch wird auf seine Klage hin vor dem Arbeitsgericht Gießen die Frage verhandelt, ob beim Verkaufsprozess der Wirtschaftsausschuss des Unternehmens ausreichend informiert wurde. Das Öko-Handelshaus gehörte bislang unter dem Dach der Primondo-Gruppe zum untergegangenen Reich des insolventen Mischkonzerns Arcandor.

Neue Schlappe für Lehman-Anleger

Karlsruhe (dpa) - Käufer von Zertifikaten der pleitegegangenen Lehman-Bank haben eine weitere Schlappe vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erlitten. Die Richter in Karlsruhe wiesen am Dienstag vier Schadenersatz-Klagen zurück an die Vorinstanzen. «Mit der bisherigen Begründung gibt es keinen Anspruch auf Schadenersatz», stellte BGH-Richter Hans-Ulrich Joeres klar. «Die beratende Bank muss nicht über Gewinnmargen und Eigengeschäfte aufklären.» Die Kläger hatten über die Commerzbank zwischen 17 000 und 300 000 Euro in «Global Champion Zertifikate» investiert und das Geld nach der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers verloren. Urteile der Vorinstanzen hatten den Anlegern Recht gegeben. Die Commerzbank hatte dagegen Revision eingelegt.

dpa wieder in den schwarzen Zahlen

Hamburg (dpa) - Trotz Umsatzrückgangs ist die Deutsche Presse-Agentur (dpa) im Geschäftsjahr 2011 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte, erzielte die größte deutsche Nachrichtenagentur einen Überschuss von rund 650 000 Euro. Der Umsatz sank hingegen um knapp 6 Millionen Euro auf 81,9 Millionen Euro. Dies sei auf die Rückgänge bei den Zeitungsauflagen und den Verlust des Kunden Auswärtiges Amt zurückzuführen, hieß es zur Erklärung.