Butzbach (dpa) - Der umstrittene Verkauf des Naturmodeversenders Hessnatur an den Schweizer Finanzinvestor Capvis ist nach dpa-Informationen in trockenen Tüchern. Der Abschluss sollte noch am Dienstag von den Vertragsparteien verkündet werden.

Der Betriebsrat des Unternehmens hat den Widerstand gegen die Übernahme jedoch nicht aufgegeben und versucht, den Deal über die Gerichte zu stoppen. Am Mittwoch wird vor dem Arbeitsgericht Gießen die Frage verhandelt, ob beim Verkaufsprozess der Wirtschaftsausschuss des Unternehmens ausreichend informiert wurde.

Das hochprofitable Öko-Handelshaus gehörte bislang unter dem Dach der Primondo-Gruppe zum untergegangenen Reich des insolventen Mischkonzerns Arcandor. Der Textilhändler mit Sitz im hessischen Butzbach schrieb zuletzt einen Jahresumsatz von 72 Millionen Euro. Der Verkaufserlös soll die Betriebsrenten der Karstadt-Quelle-Pensionäre sichern.

Kunden und Beschäftigte von Hessnatur haben sich unter Führung des Hessnatur-Betriebsratschefs Walter Strasheim-Weitz in der Genossenschaft hnGeno zusammengeschlossen, um selbst Hessnatur zu übernehmen. Sie befürchten unter einem Finanzinvestor einen Werteausverkauf und maximale Profitorientierung des ökologisch orientierten Unternehmens. Im Internet drohen Kunden mit Boykott.

Unternehmensdaten HessNatur

Genossenschaft hnGeno

Konsumentenseite

Capvis-Mitteilung zum Kauf