Helsinki (SID) - Hochspringerin Ariane Friedrich und Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo könnten am Mittwoch bei der letzten Olympia-Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Härtefälle das Ticket für die Sommerspiele in London erhalten. Dies zeichnet sich im Falle der beiden nach gesundheitlichen Problemen noch ohne Norm dastehenden Weltklasse-Athleten ab. Als dritter Athlet könnte auch der frühere Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) in Frage kommen, nachdem er die Olympianorm wegen einer Knieoperation und einmonatiger Zwangspause am Sonntag im nordhessischen Frankenburg mit 19,74 m und 76 Zentimeter verfehlte.

Ariane Friedrich (LG Frankfurt) verzichtete nach ihrem Magen-Darm-Infekt nicht nur auf den EM-Start, sondern inzwischen auch auf den letzten Anlauf zur bislang zweimal mit 1,92 m verpassten London-Norm (1,95) am Sonntag in Eberstadt bei Heilbronnn.

Matthias de Zordo (Saarbrücken) sagte am Sonntag dem Sport-Informations-Dienst (SID), er sei nach Ellbogenverletzung und zweimal knapp verpasster Olympianorm (82,00 m) inzwischen schmerzfrei: "Das Krafttraining läuft gut. In zwei bis drei Wochen werde ich erstmals wieder werfen. Ich bin zuversichtlich, dass es zwischen dem 20. und 28. Juni mit dem Gesundheitsnachweis klappt."

Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), erklärte am Sonntag bei der Leichtathletik-EM in Helsinki auf SID-Anfrage, der DLV werde am Montag den Nominierungsvorschlag an den DOSB abklären und dabei prüfen, für welche Athleten nach Trainervorschlag ein Antrag auf Härtefallregelung an in Frage komme.

Am Samstag hatte Kurschilgen bekannt gegeben: "In Abstimmung mit dem medizinischen Team des DLV ist ein Start für Ariane in Eberstadt aufgrund der Folgen eines Magen-Darm-Infekts nicht möglich. Was eine mögliche Nominierung für die Olympischen Spiele betrifft, wird der DLV in seiner Sitzung am 2. Juli prüfen, ob ein Antrag für eine Ausnahmeregelung beim Deutschen Olympischen Sportbund gestellt wird."

Zusammen mit ihrem Trainer Günter Eisinger war Ariane Friedrich am Samstag von Helsinki aus nach Frankfurt zurückgeflogen.