Helsinki (SID) - Vize-Weltmeisterin Nadine Müller wird immer mehr zur Silberfrau im Diskusring. "Sandra Perkovic hat ordentlich einen vorgelegt. Heute war es mir nicht möglich, in irgendeiner Form zu kontern. Aber Olympia sehe ich optimistisch entgegen", meinte die 1,93 m lange Blondine aus Halle/Saale nach der Niederlage im EM-Finale gegen Kroatiens Titelverteidigerin. Diese hatte im dritten Durchgang das drohende Aus nach zwei ungültigen Versuchen mit dem Siegeswurf von 67,62 m abgewendet und Müller (65,41) übertrumpft.

Die deutsche Weltranglisten-Erste (68,91 m) wertete Silber nicht als Niederlage. "Das Training für Olympia hat zuletzt immer obenan gestanden. Helsinki war nur eine Durchgangsstation und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden."

Die noch 18-Jährige Anna Rüh (Neubrandenburg) verpasste als Vierte hinter der Russin Natalja Semenjowa (62,91) Bronze mit 62,65 m nur um 26 Zentimeter, Fünfte wurde Julia Fischer (Berlin) mit 62,10 m.

"Es war gut, dass ich nochmal über 62 geworfen habe. Ich gehe zuversichtlich in die nächsten Wettkämpfe", meinte die bei Dieter Kollark und Ex-Weltmeisterin Franka Dietzsch trainierende Anna Rüh.

Ärgerlich war Julia Fischer, die zwischenzeitlich auf dem Bronzerang gelegen hate. "Ich wäre gerne auch Dritte geworden. Das war nicht unerreichbar. Ich kann mich noch nicht so richtig freuen", meinte der Schützling von Werner Goldmann, der am Vortag Robert Harting zum Diskus-Gold geführt hatte.