Athen (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Griechenland aufgefordert, den Sparpakt einzuhalten. Dies sei die «einzige Lösung» für das hochverschuldete Land, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen am Montag in Athen in einer Rede bei einem Seminar über die griechische Wirtschaft.

Anschließend traf er sich mit dem designierten neuen Finanzminister Ioannis Stournaras. Einzelheiten zu dem Treffen wurden zunächst nicht bekannt.

Asmussen bemerkte, dass das Sparprogramm bislang in Griechenland keine Ergebnisse gezeigt hat. Dies jedoch liege daran, dass «es nicht richtig in die Tat umgesetzt wird», hieß es. Dies gelte besonders für die vergangenen drei Monate wegen der zwei Parlamentswahlen. «Die neue griechische Regierung darf keine Zeit verlieren, indem sie sich mit einer Lockerung des Memorandums (Sparpakts) beschäftigt», warnte Asmussen.

Athen müsse schnell die nötigen Maßnahmen ergreifen, damit das Programm der Einsparungen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro für die Jahre 2013 und 2014 stehen könne, hieß es. Parallel müssten ein neues Steuergesetz gebilligt, die geplanten Privatisierungen schnell durchgeführt und weitere Reformen im Arbeitsmarkt durchgeführt werden, riet Asmussen den Griechen.

Am Wochenende hatte Asmussen Athen Entgegenkommen beim Sparprogramm signalisiert. Es könne über einzelne Bedingungen gesprochen werden, von den grundsätzlichen Vorgaben dürfe aber nicht abgewichen werden, sagte er der Athener Zeitung «Kathimerini» (Sonntag).

Zeitung Kathimerini auf griechisch