Berlin (dpa) - Nach den Pannen bei der Aufklärung der Neonazi-Morde tritt Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm zurück. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nahm die Bitte des 63-Jährigen auf Versetzung in den Ruhestand zum 31. Juli an.

Das teilte der stellvertretende Ministeriumssprecher Markus Beyer am Montag mit. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. Der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes werde in einem «ordentlichen Verfahren» bestimmt, sagte Beyer lediglich.

Friedrich habe den Schritt «mit Respekt zur Kenntnis genommen». Der Minister wolle sich im Laufe des Tages noch selbst äußern. Auch Fromm will nach Angaben des Innenministeriums eine persönliche Erklärung abgegeben.

Fromm war wegen Pannen bei den Ermittlungen gegen die Neonazi-Zelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) sowie der jüngst bekanntgewordene Vernichtung brisanter Akten von Verfassungsschützern im Zusammenhang mit der NSU in die Kritik geraten.