Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch vor der anstehenden EZB-Zinsentscheidung uneinheitlich entwickelt. Zum Börsenschluss notierte der Dax, der es zwischenzeitlich fast ins Plus geschafft hatte, 0,20 Prozent tiefer bei 6564,80 Punkten.

An den vorangegangenen drei Handelstagen war der Leitindex als Reaktion auf die Ergebnisse vom jüngsten EU-Gipfel noch um knapp sieben Prozent gestiegen. Der MDax legte am Mittwoch um 0,43 Prozent auf 10 690,58 Punkte zu und der TecDax gewann 0,60 Prozent auf 772,92 Punkte.

Die Umsätze waren Händlern zufolge gering, da die Börsen in den USA wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen blieben und damit die Aktivität von US-Anlegern fehlte. Dies dürfte sich aber mit der EZB-Sitzung am Donnerstag, von der viele Experten eine Senkung des Leitzinses erwarten, und den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag deutlich ändern. «Nach den erfreulichen Kursanstiegen der vergangenen Tage sind leichte Gewinnmitnahmen vor einer so entscheidenden EZB-Sitzung nicht unüblich», kommentierte Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades aus London. «Sollte die EZB die Märkte morgen enttäuschen, will keiner auf dem falschen Fuß erwischt werden.»

Die Aktien der Autobauer hielten sich nach Absatzzahlen ein wenig besser als der Dax. Daimler sanken um moderate 0,12 Prozent, nachdem die Stuttgarter im ersten Halbjahr weltweit so viele Autos verkauft hatten wie noch nie. Im Juni hatte sich die Entwicklung wegen der Wirtschaftskrise in Europa allerdings deutlich abgeschwächt. BMW schlossen nach US-Absatzzahlen für den Juni knappe 0,02 Prozent höher. Die VW-Vorzüge rückten um 0,04 Prozent vor, nachdem die Wolfsburger für die erste Jahreshälfte die weltweit höchsten US-Verkaufszahlen seit 1973 berichtet hatten. Außerhalb des Leitindex bescherten gute US-Absätze dem Sportwagenbauer Porsche ein Kursplus von 0,55 Prozent.

Positive Analystenkommentare ließen die Aktien des Chemiekonzerns BASF um 1,06 Prozent steigen. Die Deutsche Bank und das US-Institut Morgan Stanley blieben bei ihrer Kauf- beziehungsweise Übergewichtungs-Empfehlung. Dagegen büßten die Commerzbank-Titel 3,14 Prozent ein, und für die Aktien der Deutschen Bank ging es um 1,18 Prozent bergab. Die Papiere des Handelskonzerns Metro, der einen weiteren Stellenabbau plant, verloren am Dax-Ende 3,37 Prozent. Beim Energiekonzern Eon sorgten mehrheitlich negative Analystenkommentare für Abschläge von 1,57 Prozent.

Im MDax gehörten die Fielmann-Papiere vor der Hauptversammlung der Optikerkette am Donnerstag mit plus 1,18 Prozent zu den besseren Werten. Für Wincor Nixdorf ging es hingegen um 1,33 Prozent nach unten, nachdem die Commerzbank ihr Kursziel für die Anteilsscheine des Geldautomaten- und Kassensystem-Herstellers gesenkt hatte.

Der EuroStoxx 50 schloss 0,35 Prozent schwächer bei 2312,41 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London gingen ebenfalls mit Verlusten aus dem Handel.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 1,26 (Vortag: 1,30) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg indes um 0,27 Prozent auf 133,69 Punkte, und der Bund-Future legte um 0,69 Prozent auf 142,40 Punkte zu. Der Euro sank auf 1,2521 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2560 (Dienstag: 1,2575) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7962 (0,7952) Euro gekostet.