Köln (SID) - Prof. Florian Holsboer glaubt, dass Bayern Münchens Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger an der titellosen Saison mit seinen zahlreichen Verletzungen noch länger zu knabbern haben wird. "Es sollte ja seine Saison werden, der Schritt zum Superstar. Dann hatte er dieses enorme Verletzungspech. Der verschossene Elfmeter. Die Narbe im Kopf bleibt - das kann man nicht mal eben mit drei Wochen Urlaub wegpacken", sagte der Professor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München im Gespräch mit dem Kölner Express.

Allgemein sei es schwierig, eine Spielzeit wie die der Bayern schnell abzuhaken. "Ich glaube schon, dass ein Spieler den Gedanken an die verpatzte Situation noch einige Zeit mit sich herumschleppen wird. Das kann eine lebenslange Verletzung bleiben, die verheilen kann und die auch wieder gut wird", sagte Holsboer: "In diesem Falle ist es falsch, diese Verletzung, diese Wunde, durch markige Vorwärtsgedanken, Aufmunterungen oder einen Urlaub einfach wegputzen zu wollen."

Einzelne Spieler würden unterschiedlich auf entscheidende Momente reagieren, wie zum Beispiel Schweinsteigers verschossenen Elfmeter im Champions-League-Finale gegen den FC Chelesa. "Ich glaube, es gibt Fußballer, die ihr Leben lang über einen verschossenen Elfmeter in einem entscheidenden Spiel nicht hinwegkommen. Wohingegen andere sagen: Pech gehabt, weiter geht's - und nach vorne denken", sagte Holsboer.