Köln (SID) - Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch hat vor den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) Dopingvorwürfe gegen seine Konkurrenten erhoben. "Ich habe schon seit jeher das Gefühl, dass Russen, Weißrussen oder Ukrainer was nehmen. Mein Trainer, der früher für Russland gestartet ist, sagte mir aber, dass die Osteuropäer genauso über uns denken", sagte der 27 Jahre alte Frankfurter im Gespräch mit der Bild am Sonntag, "ich bin mir ziemlich sicher, dass sie was nehmen. Und ich kann auch damit leben."

Mit Doping zu betrügen, erhöhe für osteuropäische Athleten die Chance, der Armut in ihrer Heimat zu entfliehen. "Schließlich können wir uns in Deutschland auch als WM-Siebter eine schöne Wohnung und ein Auto leisten, die Ukrainer wohnen dann immer noch mit ihren Eltern auf einem Zimmer. Da ist der Anreiz, kriminell zu werden und zu dopen, natürlich viel größer", sagte Behrenbruch, der seit Herbst 2011 in Tallinn (Estland) bei Andrej Nasarow, dem ehemaligen Coach von Olympiasieger Erki Nool, trainiert.

Trotz der vermeintlich gedopten Konkurrenz hat sich Behrenbruch, vor zehn Tagen in Helsinki mit persönlicher Bestleistung von 8558 Punkten Europameister, für Olympia hohe Ziele gesteckt. "Ich will unbedingt eine Medaille", sagte Behrenbruch, "Silber oder Bronze halte ich für realistisch. Gold hängt für mich wohl zu hoch. Ashton Eaton ist, wenn er keine großen Fehler macht, zu stark." Der Amerikaner hatte im Juni mit 9039 Punkten einen Weltrekord aufgestellt.