Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf baldige Hilfen für die Wirtschaft durch die Zentralbanken hat dem Dax am Mittwoch kräftige Gewinne beschert. Der deutsche Leitindex legte den vierten Handelstag in Folge zu und übersprang mit Leichtigkeit wieder die Marke von 6600 Punkten.

Vor dem am Abend anstehenden US-Konjunkturbericht ging er mit einem satten Plus von 1,62 Prozent bei 6684,42 Punkten aus dem Tag und schloss damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Mai. Für den MDax ging es um 0,87 Prozent auf 10 742,77 Punkte nach oben. Der TecDax gewann 1,24 Prozent auf 764,84 Punkte.

Einerseits wurde am Markt auf die überraschend hohe Zahl an Baubeginnen in den USA im Juni verwiesen. Die Baugenehmigungen hatten so stark zugelegt wie seit zuletzt vor fast vier Jahren. Zudem meinte Händler Markus Huber von ETX Capital: «Neben den Hausdaten herrscht aber allgemein im Moment auch die Hoffnung, dass die Zentralbanken sowohl in den USA, Europa und auch China bald der Weltwirtschaft weitere Hilfestellung leisten werden.» Die Aussagen des IWF zum negativen Ausblick für die Eurozone hätten diese Ansicht weiter gestützt. «Viele Investoren sehen daher die Chance, dass die Zentralbanken bald wieder aktiv werden, höher an als je zuvor.»

Hierzulande verstimmte der Sportartikelhersteller Puma seine Aktionäre. Ausgerechnet im EM-Jahr läuft es für die weltweite Nummer drei der Branche alles andere als rund. Puma überraschte die Märkte mit gesenkten Umsatz- und Gewinnerwartungen für 2012. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, seinen Konzernumbau zu beschleunigen und seinen Sparkurs zu verschärfen. Die Puma-Titel büßten am MDax-Ende 4,83 Prozent auf 214,65 Euro ein. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Papiere des Wettbewerbers Adidas, die im Dax um unterdurchschnittliche 0,24 Prozent zulegten und damit Schlusslicht im Leitindex waren.

Die Papiere von K+S dagegen nahmen die Index-Spitze ein mit plus 3,40 Prozent. Sie profitierten von guten Nachrichten zweier Wettbewerber aus der Düngemittelbranche. Von einer Branchenstudie der Commerzbank zu europäischen Stahlwerten zehrten die Anteilsscheine von ThyssenKrupp mit plus 2,42 Prozent. Analyst Ingo-Martin Schachel ist inzwischen optimistischer für den europäischen Stahlsektor gestimmt und sieht in der Aktie von ThyssenKrupp die derzeit einzige Kaufgelegenheit.

Erneut gaben die Aktien des Motorenherstellers Deutz, der am Dienstag seine Jahresprognose einkassiert hatte, nach. Die Papiere weiteten ihren knapp einprozentigen Verlust vom Vortag aus und sanken um zusätzliche 1,55 Prozent. Die Deutsche Bank senkte an diesem Tag ihr Kursziel von 5,00 auf 3,50 Euro und beließ das Papier auf «Hold».

In ganz Europa legten die wichtigsten Aktienmärkten deutlich zu: Der EuroStoxx 50 stieg um 1,51 Prozent auf 2284,70 Punkte und auch die Indizes in Paris und London gewannen spürbar. In den USA kletterten die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss um zwischen 0,6 und 1,3 Prozent nach oben.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,03 Prozent am Vortag auf 0,99 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,21 Prozent auf 135,31 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,32 Prozent auf 145,36 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2234 (Dienstag: 1,2281) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8174 (0,8143) Euro.