Las Palmas/Rom/Athen (dpa) - Sengende Hitze, extreme Trockenheit und starker Wind: Im Kampf gegen die Waldbrände ist die Feuerwehr in mehreren Urlaubsregionen Südeuropas nach wie vor im Dauereinsatz. Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes sollten am Mittwoch einige Ortschaften evakuiert werden.

Im Süden der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa rückten etwa 500 Feuerwehrleute mit elf Löschflugzeugen an, um ein Großfeuer unter Kontrolle zu bringen. Auch in Italien und Montenegro hielten die Flammen die Einsatzkräfte in Atem. Vielerorts gehen die Behörden von Brandstiftung aus. Deutsche Touristen sind Reiseveranstaltern zufolge bislang kaum betroffen.

In der griechischen Region Achaia auf dem Peloponnes wurde der Notstand ausgerufen, weil sich die Flammen den Gemeinden Ano und Kato Kastritsi gefährlich genähert hatten. Mehr als 100 Feuerwehrleute und Soldaten sowie mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz. Bei dem Feuer im Süden Teneriffas waren die rund 1800 Bewohner der Gemeinde Vilaflor am Dienstag in Sicherheit gebracht worden.

Der Brand hatte sich in den vergangenen Tagen bis auf eine Fläche von 2000 Hektar ausgebreitet. Gluthitze, starker Wind und das schwer zugängliche Gelände behinderten die Löscharbeiten. Der Chef der Abteilung für Umweltplanung der kanarischen Regierung, Julio Herrero, versicherte am Mittwoch in Santa Cruz de Tenerife, dass das aber nicht alarmierend sei.

Deutsche Urlauber sind nach Angaben von Reiseveranstaltern bislang kaum betroffen: Lediglich einige Ausflüge fielen demnach den Flammen zum Opfer. «Wir mussten auf Teneriffa einen Ausflug absagen», erklärte Tui-Sprecherin Susanne Stünckel. Bei den Veranstaltern der Rewe-Pauschaltouristik, ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg seien in den vergangenen Tagen einige Wanderausflüge auf La Palma ausgefallen, ergänzte Sprecher Christian Weßels. Außerdem musste bei einigen Ausflügen die Route geändert werden, sagte Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV).

Ein Brand auf La Palma, der am Montag ausgebrochen war, war Regierungsangaben zufolge am Mittwoch an zwei Stellen wieder aufgelodert. Auch auf anderen Urlaubsinseln, darunter Mallorca, hatten in den vergangenen Tagen Feuer gewütet.

In Montenegro mussten die Löschtrupps allein rund um die Hauptstadt Podgorica innerhalb von zwölf Stunden gut zwei Dutzend Mal ausrücken, wie örtliche Medien am Mittwoch berichteten. Die zumeist kleineren Brände hätten rasch gelöscht werden können.

In vielen Fällen gehen die Behörden von Brandstiftung aus. In Italien forderte die Naturschutzorganisation WWF, dass sich die nationale Anti-Mafia-Kommission mit dem Problem beschäftigt. Denn häufig handle es sich auch um Brandstiftungen der organisierten Kriminalität. Bereits im Jahr 2007 fiel ein riesiger Teil des süditalienischen Nationalparks Pollino Waldbränden zum Opfer, die vermutlich von der Mafia gelegt wurden, um Land zu gewinnen. Dort hatten die Flammen auch in den vergangenen Tagen wieder mehr als 600 Hektar Land vernichtet.

Bericht «Vijesti»

Zeitungsbericht über Feuer auf Kanaren