Rom (dpa) - Italiens Regierungschef Mario Monti befürchtet eine Pleite der hoch verschuldeten Region Sizilien mitten in der Finanz- und Schuldenkrise des Landes.

In einem Brief hat er den Gouverneur der Insel, Raffaele Lombardo, deshalb aufgefordert, seinen öffentlich bereits angekündigten Rücktritt zum 31. Juli zu bestätigen. Wie der Mailänder «Corriere della Sera» berichtete, könnte ein Finanzkollaps der Südregion Montis Spar- und Reformplänen schaden.

Eine wirksame Politik gegen die Krise auf Sizilien hänge auch von «der Situation der Regierung auf regionaler Ebene ab», machte Monti deutlich. Aus römischer Sicht sind nicht zuletzt die regionalen Behörden für die in Sizilien drohende Pleite verantwortlich.

Die Insel, eine der ärmsten Regionen Italiens, hat einen aufgeblähten Staatsapparat mit Zehntausenden von Beschäftigten. Die Verschuldung lag nach Angaben des italienischen Rechnungshofes Ende 2011 bei 21 Milliarden Euro. Lombardo, seit 2008 Siziliens Präsident, meinte zu Montis Brief nur, die Konten der Region seien in Ordnung.

Die Turiner «La Stampa» nennt Sizilien «eine Region, die von den Politikern als Geldautomat benutzt wird». Lombardo etwa sei mit einem Nettogehalt von fast 16 000 Euro monatlich Italiens höchstbezahlter Gouverneur - in Italiens Region mit den meisten Staatsbediensteten.