Mönchengladbach (dpa) - Lucien Favres Wunschspieler Luuk de Jong ist endlich da, der teuerste Transfer in der Vereinshistorie von Borussia Mönchengladbach ist perfekt.

Dem Vernehmen nach muss der fünfmalige deutsche Fußballmeister nach zähen Verhandlungen zwölf Millionen Euro an Twente Enschede überweisen. Schon am Mittwochnachmittag, nach seiner offiziellen Vorstellung im Borussia-Park, war für den Neuen das erste Training anberaumt.

Die Borussia ist damit aktueller Einkaufskrösus der Bundesliga: In die Verpflichtungen von de Jong, Granit Xhaka (FC Basel/rund 8,5 Millionen Euro), Alvaro Dominguez von Atletico Madrid (rund 8,0) und Peniel Mlapa von 1899 Hoffenheim (rund 2,5) investierte der Verein bislang mehr als 30 Millionen Euro. Diesen Ausgaben stehen allein durch die Verkäufe von Marco Reus für 17,1 Millionen Euro an Double-Gewinner Borussia Dortmund und von Dante für etwa 4,7 Millionen Euro an Rekord-Titelträger Bayern München gegenüber.

«Wir freuen uns sehr, dass der Transfer nun endlich über die Bühne ist und Luuk am Freitag mit ins Trainingslager am Tegernsee reisen kann», sagte Borussias Sportdirektor Max Eberl. «In Luuk de Jong bekommen wir einen hoch talentierten Angreifer, der trotz seiner erst 21 Jahre schon reichlich internationale Erfahrung mit dem FC Twente und der niederländischen Nationalmannschaft gesammelt hat.»

De Jong erzielte in den beiden vergangenen Spielzeiten in der niederländischen Ehrendivision in 75 Partien für Twente 39 Tore. In der niederländischen Nationalmannschaft kam er bisher in sieben Länderspielen zum Einsatz und erzielte dabei einen Treffer.

Schon am Dienstag war eigentlich alles klar, nachdem Eberl lange um den in der Schweiz geborenen Topkandidaten gekämpft und dieses Ringen am Ende auch für die Borussia entschieden hatte. De Jong fehlte beim offiziellen Fotoshooting in Enschede - ohne Begründung seitens Twente.

Allein in der vergangenen Spielzeit gelangen de Jong bei 31 Liga-Einsätzen 25 Tore für Twente. Eberl hatte zuletzt immer wieder betont, dass die Borussia den gebürtigen Schweizer unter allen Umständen verpflichten wolle.

Die Meriten de Jongs sind vielversprechend. Mit Twente wurde er 2010 Meister der niederländischen Ehrendivision und holte ein Jahr später den Pokal. Seine Vereinbarung mit Enschede lief eigentlich noch bis 2014 - doch die Borussia ließ im Werben um ihn nicht nach. Zeitweise schien es, als wolle der FC Twente die Preisspirale noch höher schrauben, zwischendurch war von etwa 15 Millionen Euro an Forderungen gen Gladbach die Rede.