Kairo (dpa) - Die liberale Allianz der Nationalen Kräfte ist nach dem offiziellen Endergebnis aus den ersten demokratischen Wahlen in Libyen nach Jahrzehnten der Diktatur als Sieger hervorgegangen.

Wie die libysche Wahlkommission am späten Dienstagabend mitteilte, erhielt die Allianz 39 der 80 Sitze, die für politische Parteien reserviert waren. Die zweitplatzierte Partei der Muslimbrüder kam auf 17 Mandate. Die Nationale Front entsendet drei Abgeordnete in den Allgemeine Nationalkongress. 120 Sitze gingen an unabhängige Kandidaten, bei denen nicht bekannt ist, wen sie unterstützen werden. Bei den Wahlen am 7. Juli gaben nach Angaben der Wahlkommission 62 Prozent der 2,8 Millionen registrierten Wähler ihre Stimme ab.

Die Allianz der Nationalen Kräfte ist ein breitgefächertes Bündnis unter der Führung von Mahmud Dschibril, der im vergangenen Jahr Ministerpräsident der ersten Übergangsregierung gewesen war.

Der neu gewählte Allgemeine Nationalkongress in Tripolis löst den Übergangsrat ab, den Funktionäre und Aktivisten während der Revolution informell gebildet hatten. Die 200 Abgeordneten sollen eine Übergangsregierung ernennen und die Wahl eines Rates vorbereiten, der eine Verfassung für das nordafrikanische Land schreiben soll.