Köln (SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel empfindet seine Zeitstrafe und Rückversetzung beim Heimspiel auf dem Hockenheimring als unfair. "Aus meiner Sicht ist eigentlich alles richtig abgelaufen, aber man kann nichts tun, wenn das die Verantwortlichen anders sehen", schrieb der 25-Jährige auf seiner Homepage in seiner ersten ausführlichen Stellungnahme zu seiner Strafe wegen Überholens abseits der Strecke. Drastischer drückte sich Motorsport-Berater Helmut Marko von Vettels Red-Bull-Team bei ServusTV aus: Die Entscheidung gegen Vettel sei, als würde "Hühnerdiebstahl mit der Todesstrafe" geahndet.

Vettel haderte noch weiter mit der Strafe. "Es ist wie im Fußball: Der eine Schiedsrichter gibt Elfmeter, der andere nicht. Damit muss man dann leben", meinte der Fan von Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt ernüchtert: "Nun bin ich 20 Sekunden nach hinten versetzt worden, was bedeutet, dass ich auf den fünften Platz hinuntergerutscht bin. Mir tut das besonders wahnsinnig für das Team und die Fans leid, die uns mit ganzer Kraft angefeuert haben, aber wir können leider nichts an diesem Urteil ändern."

Vettel hätte seine Strafe nach dem Überholmanöver gegen Ex-Weltmeister Jenson Button wohl verhindern können, wenn er den Briten danach vorbeigelassen hätte. "Vettel hätte sich nach dem Überholen einfach zurückfallen lassen müssen. Das hat er aber nicht gemacht", hatte Ex-Rennfahrer Alex Wurz, selbst gelegentlich Rennkommissar, erklärt. Auch vom Funk hatte der Red-Bull-Pilot aber keine Aufforderung bekommen, Button passieren zu lassen.

Marko erklärte dazu, dies sei passiert, weil man Vettel im Recht sah. "Die ganze Situation wurde von Jenson Button ausgelöst, er hat Sebastian keinen Platz gelassen und ihn hinausgedrängt", sagte Marko bei ServusTV: "Um eine Kollision zu vermeiden, musste Sebastian ausweichen." Der Strafe fehle daher die Grundlage. "Eigentlich muss es ja heißen: Im Zweifel für den Angeklagten. Das war hier nicht der Fall. Das hat einen Beigeschmack", sagte Marko.