London (SID) - Degenfechterin Imke Duplitzer hat in der Diskussion um ihr umstrittenes Interview Unterstützung von ihrer Teamkollegin, der EM-Dritten Monika Sozanska, bekommen. "Alle wollen immer nur Leistung sehen, aber dafür braucht man auch gute Trainer, die müssen in Deutschland allerdings große Einschnitte in Kauf nehmen", sagte Sozanska, deren Vater Piotr derzeit Bundestrainer der Degenfechterinnen ist, im Gespräch mit der tz: "Mein Vater hatte schon viele bessere Angebote aus dem Ausland. Seinen Posten behält er nur aus Patriotismus und Idealismus. Und er ist ihm zur Herzenssache geworden, weil ich für Deutschland starte", sagte die in Polen geborene 29-Jährige.

Duplitzer hatte am Sonntag mit einem Interview für Aufregung gesorgt, in dem sie wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in London sowohl das deutsche Sportsystem als auch die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) kritisiert hatte.

Auch die mangelnde Praxisnähe der Funktionäre, die Duplitzer angesprochen hatte, bestätigte Sozanska. "Wir hören das ja nicht von anderen Athleten, sondern erleben es immer wieder selbst", betonte Sozanska: "Gerade in den Randsportarten sind wir auf viel Unterstützung angewiesen, deswegen haben nicht alle den Mut, den Mund aufzumachen."