Frankfurt/Main (dpa) - Dank positiv aufgenommener Aussagen eines EZB-Mitglieds hat sich der Dax am Mittwoch im Plus behauptet. Allerdings hielten das rückläufige Ifo-Geschäftsklima sowie die anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft und die Euro-Schuldenkrise die Euphorie im Zaum.

Gegen Mittag notierte der Dax 0,56 Prozent höher bei 6426 Punkten. Damit unterbrach der Leitindex zunächst seine dreitägige Verlustserie mit einem Minus von insgesamt knapp fünfeinhalb Prozent. Der MDax sank um moderate 0,07 Prozent auf 10 447 Punkte, während der TecDax 0,67 Prozent auf 754 Punkte gewann.

Die Diskussion um eine Banklizenz für den Euro-Rettungsfonds ESM erscheint neu eröffnet: Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, es gebe einige Gründe für diese Option. Bis zuletzt hat es die EZB strikt abgelehnt, dem ESM über eine Banklizenz die Möglichkeit zu eröffnen, sich direkt bei ihr zu refinanzieren. Die Aussagen ließen nicht nur den Euro kräftig steigen, sondern gaben auch den Aktienmärkten Auftrieb.

Ein etwas stärker als erwartet gesunkenes Ifo-Geschäftsklima zeigte derweil, wie sehr die Schuldenkrise den deutschen Unternehmen zusehends aufs Gemüt schlägt. Der dritte Rückgang in Folge gilt Experten zufolge als Wendepunkt im Konjunkturzyklus. Allerdings halten Bankvolkswirte eine Rezession in der größten Euroraum-Wirtschaft für unwahrscheinlich. Neben besorgten Äußerungen des IWF zum chinesischen Wirtschaftswachstum sahen Händler die Schuldenkrise mit anhaltend hohen Risikoaufschlägen für spanische und italienische Staatsanleihen als Belastung. Nachdem Moody's die Spitzenbonität von Deutschland bereits in Zweifel gezogen hat, überprüft die Ratingagentur nun zudem die Kreditwürdigkeit einzelner Bundesländer

Die Berichtssaison, die deutlich Fahrt aufnahm, stand weiter im Fokus - unter anderem mit Zahlen der Dax-Mitglieder Deutsche Bank und Daimler. Die Aktien der Deutschen Bank waren mit minus 3,77 Prozent Schlusslicht im Leitindex. Im zweiten Quartal verhagelten die europäische Schuldenkrise und der schwache Euro dem neuen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen die erste Zwischenbilanz. Deutliche Kursgewinne von 4,29 Prozent erfreuten dagegen die Daimler-Aktionäre. Zwar trübt sich das Geschäft des Fahrzeugbauers ein, dessen Quartalsgewinne trotz eines Rekordabsatzes in der Autosparte zurückgingen. Experten hatten damit allerdings schon gerechnet. Zudem hielten die Stuttgarter an der Prognose fest, das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft auf dem Niveau des Vorjahres halten zu wollen.