Frankfurt/Main (dpa) - Nach den teils heftigen Verlusten der vergangenen Tagen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch wieder etwas gefangen. Der Leitindex Dax profitierte dabei von mehrheitlich guten Unternehmenszahlen aus den USA.

Er stand am Nachmittag 0,95 Prozent höher bei 6451 Punkten. Der MDax stieg um 0,33 Prozent auf 10 489 Punkte. Der TecDax gewann 1,15 Prozent auf 757 Punkte. Stützend wirkte zudem die Diskussion um eine Banklizenz für den Euro-Rettungsfonds ESM. Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, es gebe einige Gründe für diese Option.

An den Finanzmärkten wurde dies offenbar als ein Hinweis für einen Positionswechsel der EZB interpretiert. Bisher hatte sie eine Banklizenz abgelehnt, da so eine Staatsfinanzierung ermöglicht würde. Eine Banklizenz würde die Feuerkraft des Fonds vervielfachen. Belastungsfaktoren wie die weiter schwelende Euro-Schuldenkrise, Sorgen über das chinesische Wirtschaftswachstum und das erneut rückläufige Ifo-Geschäftsklima traten in den Hintergrund.

In Deutschland stand die Berichtssaison weiter im Fokus. Die Aktien der Deutschen Bank waren mit minus 5,22 Prozent Schlusslicht im Leitindex. Im zweiten Quartal verhagelten die europäische Schuldenkrise und der schwache Euro dem neuen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen die erste Zwischenbilanz. Deutliche Kursgewinne von 5,62 Prozent erfreuten dagegen die Daimler-Aktionäre. Zwar trübt sich das Geschäft des Fahrzeugbauers ein, dessen Quartalsgewinne trotz eines Rekordabsatzes in der Autosparte zurückgingen. Experten hatten damit allerdings schon gerechnet. Zudem hielten die Stuttgarter an der Prognose fest, das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft auf dem Niveau des Vorjahres halten zu wollen.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere bei 1,04 Prozent. Der Rentenindex Rex lag ebenfalls unverändert bei 134,87 Prozent auf 134,87 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,46 Prozent auf 144,34 Punkte. Der Euro-Kurs legte hingegen zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2134 (Dienstag: 1,2089) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8241 (0,8272) Euro.