Frankfurt/Main (dpa) - Positiv aufgenommene Aussagen eines EZB-Mitglieds haben dem Dax am Mittwoch eine moderate Erholung beschert. Allerdings hielten anhaltenden Sorgen um die Weltwirtschaft und die Euro-Schuldenkrise die Euphorie im Zaum.

Im frühen Handel stieg der deutsche Leitindex um 0,25 Prozent auf 6406 Punkte. Damit unterbrach er zunächst seine dreitägige Verlustserie mit einem Minus von insgesamt knapp fünfeinhalb Prozent. Der MDax legte um 0,12 Prozent auf 10 466 Punkte, während der TecDax 0,22 Prozent auf 750 Punkte gewann.

Die Diskussion um eine Banklizenz für den Euro-Rettungsfonds ESM scheint neu eröffnet zu sein: Das österreichische EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg, es gebe einige Gründe für diese Option. Bis zuletzt hat es die EZB strikt abgelehnt, dem ESM über eine Banklizenz die Möglichkeit zu eröffnen, sich direkt bei ihr zu refinanzieren. Die Aussagen ließen nicht nur den Euro kräftig steigen, sondern gaben auch den Aktienmärkten Auftrieb.

Der Bund-Future gab unterdessen nach. Als weiter gültige Belastungsfaktoren nannten Händler indes die besorgten Äußerungen des IWF zum chinesischen Wirtschaftswachstum sowie die Schuldenkrise der Euro-Zone, die durch die aktuelle Lage an den Anleihemärkten immer brisanter wird. Nachdem Moody's die Spitzenbonität von Deutschland bereits in Zweifel gezogen hat, überprüft die Ratingagentur nun zudem die Kreditwürdigkeit einzelner Bundesländer,

Die Berichtssaison, die deutlich Fahrt aufnahm, stand weiter im Fokus - unter anderem mit Zahlen der Dax-Mitglieder Deutsche Bank und Daimler. Die Aktien der Deutschen Bank waren mit minus 2,71 Prozent Schlusslicht im Leitindex.

Im zweiten Quartal verhagelten die europäische Schuldenkrise und der schwache Euro dem neuen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen die erste Zwischenbilanz. Deutliche Kursgewinne von 3,74 Prozent erfreuten dagegen die Daimler-Aktionäre. Zwar trübt sich das Geschäft des Fahrzeugbauers ein, dessen Quartalsgewinne trotz eines Rekordabsatzes in der Autosparte zurückgingen. Experten hatten damit allerdings schon gerechnet. Zudem hielten die Stuttgarter an der Prognose fest, das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft auf dem Niveau des Vorjahres halten zu wollen.