Brüssel (dpa) - Europäische Photovoltaikhersteller um das Bonner Unternehmen Solarworld haben Kreisen zufolge in Brüssel eine Antidumpingklage gegen die Konkurrenz aus China eingereicht.

Die Beschwerde sei bei der Europäischen Kommission abgegeben worden, hieß es von einer mit der Situation vertrauten Person aus Brüssel, die damit mehrere Medienberichte bestätigte. Der Schritt war erwartet worden, Solarworld bestätigte die Information indes nicht. Eine Allianz chinesischer Unternehmen mahnte dagegen offene Märkte an und warnte vor einem Handelskrieg.

Ein Sprecher von Solarworld sagte, es sei bekannt, dass das Unternehmen gemeinsam mit anderen europäischen Photovoltaikproduzenten an einer Klage arbeite. Er kündigte zudem bis zum Ende der Woche eine Pressemitteilung der Unternehmen zu dem Thema an. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass sich die Firmen darin offiziell zu der Beschwerde äußern wollen. Welche Unternehmen sich Solarworld angeschlossen haben, ist bisher nicht bekannt.

Die Solarindustrie in Deutschland kämpft mit Überproduktion, Preisdruck und sinkenden Subventionen. Mehrere Hersteller rutschten bereits in die Insolvenz. Den Chinesen werfen sie vor, ihre Produkte mit Hilfe besserer Kreditbedingungen zu Dumpingpreisen auf den Markt zu werfen und so die Konkurrenz zu verdrängen. Zuletzt bekamen die deutschen Hersteller Rückendeckung von Umweltminister Peter Altmaier (CDU). Wenn es Hinweise auf Wettbewerbsverzerrungen gebe, werde er entsprechende Maßnahmen unterstützen, hatte er in der vergangenen Woche gesagt.