Frankfurt/Main (SID) - Der neue DFB-Sportdirektor Robin Dutt will sich offensiv in die Hymnen-Diskussion einschalten und künftig schon den Nachwuchs sensibilisieren. "Grundsätzlich ist es so, dass es zu spät ist, wenn das erst in der A-Nationalmannschaft thematisiert wird. Das muss früher passieren, mit 15, 16 Jahren, wenn die Spieler zum DFB kommen, da muss auch das Elternhaus eingebunden werden", sagte der 47-jährige Dutt am Mittwoch bei seiner Präsentation in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main.

Allerdings ist Dutt gegen einen Hymnen-Zwang. "Wenn man Sportler zwingt, bekommt man nie das, was man will. Es muss aus Überzeugung kommen", meinte der Sohn eines Inders und einer Deutschen, der seinerseits immer mitsingen will: "Ich habe damit überhaupt kein Problem und werde es aus Überzeugung tun."

Aufgekommen war die Diskussion, nachdem während der EM in Polen und der Ukraine mehrere deutsche Nationalspieler die Hymne nicht mitgesungen hatten. Über dieses Verhalten hatte sich auch Verbands-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder mokiert und für Verweigerer sogar den Rauswurf aus der Nationalmannschaft gefordert.