London (SID) - Das Olympiateam ist bisher nicht betroffen, aber über Kenias Langstrecklern liegt vier Jahre nach den sechs Siegen und 14 Medaillen bei den Sommerspielen in Peking ein Dopingschatten. Binnen drei Tagen gibt es Berichte über vier positive Fälle.

Laut der Neuen Zürcher Zeitung ist nun auch Mathew Kisorio positiv getestet worden. Bei den kenianischen Meisterschaften über 10.000 m fand man bei dem Vierten der Crosslauf-WM 2011 und drittschnellsten Halbmarathonläufer der Leichtathletik-Geschichte (58:46 Minuten) ein anaboles Steroid. Beim Linz-Marathon wurde der frühere Junioren-Weltmeister Ronald Kipchumba mit EPO-Spuren im Blut erwischt.

Erst am Sonntag hatte die ARD-Sportschau Dopingfälle zweier kenianischer Marathonläuferinnen publik gemacht. Rael Kiyara war bei ihrem Streckenrekord von 2:23:47 Stunden am 29. April beim Hamburg-Marathon ebenfalls mit einem anabolen Steroid gedopt, und als Zweite des Boston-Marathons fiel laut ARD Jemima Sumgong Jelagat (2:31:52 Stunden) mit dem Kortison-Präparat Prednisolon auf.

Der schwedische Sportwissenschaftler und Dopingfahnder Bengt Saltin hatte schon im Mai erklärt: "Wir haben von 2008 bis 2010 beobachtet, dass die Blutwerte der Kenianer, wenn sie in Europa an den Start gehen, viel höher sind als in den Jahren davor. So ein Phänomen wurde vorher noch nicht beobachtet. Es steht für mich daher außer Frage, dass es da irgendeine Form von Blutmanipulation gibt." Insgesamt hatte es von 1993 bis 2009 nur zehn positive Fälle in Kenias Leichtathletik gegeben.