London (SID) - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat zwei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in London ein Zeichen im Kampf gegen Doping gesetzt und gleich neun Athleten gesperrt. Sechs Sportler wurden mithilfe des indirekten Nachweises überführt, nachdem die Daten auf ihrem biologischen Pass Auffälligkeiten gezeigt hatten. Drei weitere fielen durch Nachtests der WM 2011 im südkoreanischen Daegu.

"Die Bekanntgabe unterstreicht den fortgesetzten Kampf der IAAF gegen Doping in der Leichtathletik," sagte IAAF-Präsident Lamine Diack: "Es demonstriert zudem, dass die IAAF fortschrittliche Methoden einsetzt, um Doping zu entdecken."

Der Marokkaner Abderrahim Goumri, die Griechin Iríni Kokkinaríou, Meryem Erdogan aus der Türkei sowie die drei Russinnen Swetlana Kljuka, Nailija Julamanowa und Jewgenina Sinurowa standen seit 2009 unter Verdacht und sind regelmäßig kontrolliert worden.

Im biologischen Pass, den neben der Leichtathletik unter anderem auch der Radsport führt, werden Daten von Dopingproben gesammelt und miteinander verglichen. Der Portugiese Hélder Ornelas war im Mai der erste über den biologischen Pass überführte Dopingsünder.

Während sich in den aktuellen Fällen Erdogan und die drei Russinnen schuldig bekannten und damit ihren Sperren automatisch von vier auf zwei Jahre reduzierten, war Goumri bereits vom marokkanischen für vier Jahre gesperrt worden. Allerdings kann der 36-Jährige gegen die Entscheidung noch vorgehen. Gegen die vom griechischen Verband ausgesprochene Zwei-Jahres-Sperre gegen Kokkinaríou wird die IAAF vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen, um die 3000-m-Hindernisläuferin für die kompletten vier Jahre zu sperren.

Im Nachgang zur WM in Daegu sind zudem die Bulgarin Inna Eftimowa (synthetische Wachtumshormone) sowie die beiden Ukrainerinnen Natalija Tobias und Antonina Jefremowa (synthetische Hormone) positiv gestest worden. Alle drei wurden für jeweils zwei Jahre gesperrt, nachdem sie sich schuldig bekannt und auf eine Anhörung und das Öffnen der B-Probe verzichtet hatten.