Frankfurt/Main (dpa) - Schwache Unternehmenszahlen und die anhaltende Euro-Schuldenkrise haben den Dax am Donnerstag belastet. Bis zum Mittag gab der deutsche Leitindex um 1,02 Prozent auf 6341 Punkte nach.

Am Vortag hatte er noch ein knappes Plus ins Ziel gerettet und so eine dreitägige Verlustserie beendet. Der MDax sank am Donnerstag um 0,50 Prozent auf 10 423 Punkte. Für den TecDax ging es hingegen um minimale 0,04 Prozent auf 757 Punkte hoch.

Hierzulande legten alleine aus dem Dax mit Siemens, BASF, VW und MAN vier Unternehmen Zahlen vor, die insgesamt enttäuschten. Das erneut verbesserte GfK-Konsumklima half dem Dax nicht. Zum Thema Schuldenkrise verwiesen Händler auf Berichte, wonach die Eurozone Spanien mit dem Kauf von Staatsanleihen durch den Euro-Rettungsfonds EFSF helfen könnte. Das hoch verschuldete Mitglied Italien steht an den Finanzmärkten derweil weiter unter erheblichem Druck: Die drittgrößte Volkswirtschaft des Währungsraums musste abermals hohe Zinsen für frisches Kapital zahlen.

Schwache Zahlen und unsichere Geschäftsaussichten ließen die Siemens-Aktien um 4,03 Prozent abrutschen. Der Elektrokonzern wurde im dritten Geschäftsquartal unerwartet deutlich von der zunehmenden Kaufzurückhaltung seiner Kunden erfasst und versah das Gewinnziel mit einem Fragezeichen. Obendrein hat sich Siemens vom Börsengang der Lichttochter Osram in diesem Jahr verabschiedet. Bei MAN sorgte die Bilanzvorlage für noch deutlichere Kursabschläge von 6,20 Prozent. Damit übernahmen die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers die rote Laterne im Dax. Vor allem der Gewinn habe die Erwartungen deutlich verfehlt, hieß es aus dem Markt. Dazu komme der für das Gesamtjahr erwartete Ergebniseinbruch.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) büßten 3,07 Prozent ein. Zwar fielen der Umsatz und das operative Ergebnis des Wolfsburger Autobauers im ersten Halbjahr etwas besser aus als prognostiziert. Allerdings schwächte sich die operative Entwicklung angesichts einer verhaltenen Entwicklung in Europa im zweiten Quartal ab. Laut Händlern belastete vor allem der Ausblick. Für die BASF-Papiere ging es um 1,53 Prozent nach unten. Der Chemiekonzern musste wegen höherer Steuern einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal hinnehmen. Er bleibt aber trotz zunehmender konjunktureller Risiken vor allem im Euroraum bei seinen Jahreszielen. Ein Börsianer sah insbesondere das EBIT vor Sonderposten über den Erwartungen. Die britische Bank Barclays wertete die Zahlen dagegen eher als enttäuschend.