Budapest (SID) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat seine 20-Sekunden-Strafe und den Verlust des zweiten Platzes auf dem Hockenheimring verdaut, sieht sie aber weiterhin als unberechtigt an. "Eigentlich habe ich alles gesagt. Aber es ist klar, dass ich nicht meine Meinung ändere, nur weil ich eine Strafe bekommen habe", sagte der 25-Jährige, der im Endklassement bei seinem Heimspiel letztlich als Fünfter geführt wurde. "Ich hatte den Eindruck, dass ich nichts Verbotenes getan habe, und ich habe schließlich im Auto gesessen", meinte der Red-Bull-Pilot weiter: "Aber das Leben geht weiter."

Rekord-Champion Michael Schumacher sieht die Strafe Vettels aber als berechtigt an. "Es ist gibt ein Regelwerk, und nach diesem war es wahrscheinlich leider Gottes in Ordnung", sagte Schumacher: "Auch wenn ich natürlich lieber einen Deutschen auf Platz zwei sehe, vor allem Sebastian."

Eine Regeländerung, weil die gegen Vettel ausgesprochene Strafe die einzig mögliche Sanktion für diesen umstrittenen Fall war, fordert der aktuelle Weltmeister nicht: "Das war ein außergewöhnlicher Fall, wie er nicht jede Woche vorkommt. Deshalb müssen wir nicht gleich etwas am Regelwerk ändern und noch eine Regel einbauen und noch eine."

Zur Aussage von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, der die Maßnahme mit der "Todesstrafe für Hühnerdiebstahl" verglichen hatte, sagte Vettel schmunzelnd: "Er hat das Recht auf seine Meinung."

Dass der mit der Strafe verbundene Verlust von acht bereits sicher geglaubten Punkten entscheidend im Titelrennen sein könnte, glaubt Vettel derweil nicht: "Das ist an den Haaren herbeigezogen." Die Zurückstufung ärgert den Red-Bull-Piloten aber auch deshalb, weil er glaubt, dass er Jenson Button trotz nur noch knapp zwei verbleibender Runden auch ohne das Manöver hätte überholen können: "Seine Hinterreifen waren deutlich schlechter als meine. Ich hätte es dann wohl zwei oder drei Kurven später geschafft."

Seinem Team, das ihn nicht aufforderte, den Briten vorbeizulassen und dann erneut zu überholen, macht er aber keinen Vorwurf, da es selbst von der Rechtmäßigkeit des Manövers ausging. "Natürlich kann ein Hinweis vom Team helfen", meinte Vettel: "Aber in meinen Augen war alles okay."