Zürich (SID) - Der Fußball-Weltverband FIFA hat den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mohamed Bin Hammam (Katar) erneut aus dem Verkehr gezogen und den 63-Jährigen provisorisch für zunächst mal 90 Tage für alle Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball gesperrt. Dies gab die FIFA am Donnerstag bekannt.

Der Amerikaner Michel J. Garcia als Vorsitzende der ermittelnden Kammer sowie der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert als neuer Vorsitzender der neuen rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission, die erst am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen hat, trafen diesen Beschluss, wie der Verband mitteilte.

In den kommenden drei Monaten werde man noch einmal den Fall Bin Hammam in aller Gründlichkeit prüfen. Bin Hammam hatte allerdings ohnehin seinen Rückzug aus dem Fußball-Geschäft angekündigt. Seine durch die FIFA ausgesprochene weltweite Sperre war eine Woche zuvor überraschend vom Internationalen Sportgerichtshof CAS aus "Mangel an Beweisen" aufgehoben worden.

Der ehemalige Präsident der asiatischen Konföderation AFC soll zusammen mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner (Trinidad/Tobago) bei einem Treffen der karibischen Fußball-Union CFU im Mai 2011 Stimmen für seine FIFA-Präsidentschaftskandidatur gekauft haben. Den Vorwurf hatte Bin Hammam, der auch vom AFC wegen Unregelmäßigkeiten bei AFC-Geschäften bis auf Weiteres suspendiert worden ist, stets abgestritten.

Die FIFA hatte gleich nach dem CAS-Urteil angekündigt, die Unterlagen im Fall Bin Hammam an die Ethik-Kommission weiterzuleiten. Diese soll nach neuen Beweisen für unzulässige Handlungen des Katarers suchen.