London (SID) - Europäische Frauenrechtlerinnen fordern die uneingeschränkte Gleichberechtigung auf dem Olymp. Annie Sugier, Vorsitzende der Internationalen Liga für Frauenrechte, erkennt zwar generell Fortschritte wie den erstmaligen Auftritt von Boxerinnen bei den am Freitag beginnenden Olympischen Spielen in London an, beklagt aber ein weiter vorhandenes Ungleichgewicht. So gibt es in der britischen Metropole für Frauen immer noch 30 Wettbewerbe weniger als für die Männer.

Dies war einer von sieben Kritikpunkten in einem am Mittwoch verteilten Brief an alle IOC-Mitglieder. Gefordert wurde darin unter anderem auch die gleiche Anzahl von Frauen in Führungspositionen in den internationalen Verbänden sowie die Neutralität des Sports durch ein Verbot des Tragens von politischen und religiösen Symbolen.

"Die Olympischen Spiele sind mehr als nur eine Sportveranstaltung. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung einer besseren Welt. Dies ist der einzige Platz auf der Erde, wo es keine Grenzen gibt und ein Gesetz für alle. Dies kann zu einer Veränderung in der Gesellschaft führen", erklärte Annie Sugier. Sie habe den Wunsch, dass die Spiele in London die höchste Frauenquote aller Zeiten erreichen.

Diese Hoffnung dürfte aufgehen. Bei den 30. Sommerspielen wird mit der Teilnahme von 4800 Athletinnen gerechnet. Insgesamt werden rund 10.500 Sportler teilnehmen. 2008 in Peking waren von insgesamt 10.492 Teilnehmern 4637 weiblich.