London (SID) - Vize-Europameister Helge Meeuw steigt in London zum letzten Mal ins olympische Becken, doch vom internationalen Schwimmen will er sich noch nicht ganz verabschieden. Der 27-Jährige liebäugelt mit den Weltmeisterschaften 2013 in Barcelona. "Dort habe ich 2003, zehn Jahre zuvor, begonnen, international mitzuschwimmen. Das ist für mich eine Option", sagte der Magdeburger, der am Sonntag über 100 m Rücken startet, dem SID.

"Ob ich sie ziehe, werde ich vom Ausgang der Olympischen Spiele abhängig machen", sagte der Europameister von 2006, der in London zum dritten Mal an Olympia teilnimmt - definitiv auch zum letzten Mal. "Ich mache auf keinen Fall noch mal Olympische Spiele. Das steht fest."

Zwar gewann Meeuw 2004 in Athen mit der Lagenstaffel Silber, doch auf seinen Einzelstrecken schaffte er es nie ins Finale. "Das erste Mal war ich durch eine Krankheit gehemmt, das zweite Mal eher durch den Kopf und den Druck." In London sei der Druck weg. "Ich sehe mich nicht in der Verantwortung, die großen Heldentaten zu vollbringen wie vor vier Jahren, als ich mich noch als einen Medaillenkandidaten gesehen habe", sagte der angehende Arzt: "Was passiert, passiert. Für mich geht davon sowieso keine Welt mehr unter."

Seit der Geburt seiner Tochter Nike im Dezember 2010 habe er ein "anderes Empfinden, was Verantwortung und Wichtigkeit angeht. Mehr denn je kann ich tatsächlich sagen: Letztlich geht es auch ohne mich." Mittlerweile ist Meeuw Konkurrenz aus dem eigenen Lager erwachsen: Der 23-jährige Jan Philip Glania nahm ihm bei der DM beide Rücken-Titel und den deutschen Rekord über 200 m ab.