Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine Gewinnserie der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Nach anfänglichen Verlusten zog der Dax rasch bis auf über 6800 Punkte an.

Zuletzt legte der Leitindex um 0,51 Prozent auf 6809 Punkte zu und notiert damit auf dem höchsten Stand seit Mai. Der MDax scherte mit einem Minus von 0,47 Prozent auf 10 884 Punkte aus der Reihe. Für den TecDax ging es um 0,21 Prozent auf 782 Punkte aufwärts.

«Bis zur Verkündung der EZB-Maßnahmen stehen die Ampeln bei den Investoren auf Grün», sagte Marktstratege Lars Kremkow von Activtrades. Allzu kritische Risikoszenarien spielten derzeit nur eine untergeordnete Rolle.

Die Berichtssaison ist in Deutschland inzwischen in voller Fahrt. Die Aktien von Infineon bauten als unangefochtener Dax-Spitzenreiter ihre Vormittagsgewinne deutlich aus und stiegen mit einem Plus von knapp 10 Prozent auf den höchsten Stand seit gut fünf Wochen. Der Chiphersteller habe beim Umsatz und der operativen Marge (EBIT) im dritten Geschäftsquartal seine Erwartungen übertroffen, kommentierte DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. Nach Zahlen sehr fest präsentierten sich auch die Papiere von Metro mit plus 3,36 Prozent und von Bayer mit plus 2,29 Prozent. Der Pharma- und Chemiekonzern hatte nach einem operativ starken zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Beim Handelskonzern Metro war es dagegen nicht zu der von Analysten befürchteten Prognosesenkung gekommen.

Den Aktien der Deutschen Bank gelang der Sprung in die Gewinnzone, nachdem in einem Zwischenbericht der seit Anfang Juni laufenden Überprüfung der Konzernstrategie ein Einsparpotenzial von rund 3 Milliarden Euro identifiziert worden war, unter anderem durch einen Abbau von 1900 Stellen vor allem im Investmentbanking. Die Titel gewannen 2,60 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,10 Prozent am Vortag auf 1,09 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,06 Prozent auf 134,55 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,38 Prozent auf 144,07 Punkte zu. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Nachmittag den Referenzkurs auf 1,2284 (Montag: 1,2246) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8141 (0,8166) Euro.